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Russland. Eurasischer Zauber in Sibiriens Osten

Jeder kennt den unvergleichlichen Charme von Moskau mit seinen gewundenen und bunten Zwiebeldächern bzw. -Türmen, aber im Kulturland Russland gibt es noch viel mehr zu erleben, als nur seine magisch anziehende Hauptstadt. Die interessante Mischung aus verschiedenen Menschen bzw. Völkern ist nicht nur auf die Größe des Landes zurückzuführen, sondern vor allem auch auf dessen verschieden(st)e Kulturen. Daraus resultieren auch die ganzen unterschiedlich gearteten Sehenswürdigkeiten, die sich über das gesamte Land verstreuen.
Russland wurde u.a. wegen des Reichtums an natürlichen Ressourcen als erste nicht im klassischen Sinne so zu bezeichnende "Industrienation" in die G8-Mitgliederliste aufgenommen und ist zudem ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates.

Für seine ungefähr 150 Millionen Menschen bietet Russland mit den größten Städten Moskau (10 Mio. Einwohner), St. Petersburg in Leningrad (4.5 Mio.) und Nowosibirsk in Sibirien (1.4 Mio.) ausreichend Unterhaltungspotential. Die verschiedenen Einflüsse der fast 100 Völker auf dem Gebiet des Landes spaltet sich größtenteils auf Tataren, Ukrainer und Armenier auf. Das Land grenzt an die Staaten Norwegen und Finnland. Getrennt wird das Gebiet hauptsächlich durch die Wolga, welche mit über 3500 Kilometern Länge der weiteste Strom Europas ist und ins Kaspische Meer mündet. Aber nicht nur die imposante Länge macht diesen Fluss zu etwas Besonderem, denn dieser Wasserweg verbindet Nordeuropa mit Zentralasien. Ebenfalls recht bekannt ist noch der Ural, der dem gleichnamigen Gebirge entspringt und nach Kasachstan verläuft, welcher aber auf russischer Seite so gut wie gar nicht für die Wirtschaft genutzt wird.

Die kulinarischen Genüsse in diesem Land sind so vielfältig wie seine Einwohner. Am bekanntesten dürfte von Haus aus einmal der Borschtsch sein, eine Suppe aus roter Beete und saurer Sahne, die auch hierzulande sehr beliebt ist. Ebenfalls gern gesehen bzw. gegessen ist das Boeff Stroganoff (in saurer Sauce geschmortes Rindfleisch), welches hierzulande genauso bekannt ist wie der Borschtsch. Als Nachtisch sind Pfirsich-Warenje (eingelegte Pfirsiche) oder Blintchiki (Pfannkuchen, die aus Buchweizen und Gries gemacht werden oder als Abwandlung auch als Hefepfannkuchen vorkommen) zu empfehlen. Blintchikis werden meist mit süßer Sauce, z.B. Moosbeerenkonfitüre, garniert.

Doch auch vor dem Essen gibt es meist schon Abwechslungsreiches für den Gaumen. Eine typische Sakuski (Vorspeise) ist "Holodez" (russische Sülze). Man merkt schon, die Tischsitten in der Russischen Föderation bestehen meist aus üppigen Mahlzeiten bzw. mehreren Gängen. Unverkennbare Einflüsse des Orients und insbesondere auch der französischen Küche sind spürbar. Allerdings sollte man als Tourist aufpassen, denn mit "Kotleta" ist nicht etwa unser hierzulande bekanntes Kotelett gemeint, sondern Hackfleisch.
Zur Trinkfreudigkeit lässt sich noch sagen, dass der allgemeine Vodka-liebende und extrem trinkfeste Russe doch eher ein Gerücht ist. Hochprozentiges wird fast ausschließlich getrunken, wenn ein Imbiss dabei ist.

St. Petersburg mit seinen vielen Restaurants und Cafés im Stadtzentrum bietet zwar für ungefähr 5 Euro auch Mittagstische an, aber das fällt unter die private Gastronomie. Studenten haben mit den dortigen Universitäts-Kantinen dann ein doch eher hartes Los, denn die staatliche Subventionierung ist dort nicht vorhanden. Man möchte leicht denken, dass Russland wesentlich billiger ist als beispielsweise Deutschland, aber das stimmt meist nicht - im Gegenteil ist dort einiges merklich teurer. Abgesehen von Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Metro) erkennt man z.B. bei den Lebensmitteln schnell, dass unsere hiesigen Discount-Supermärkte den russischen Pendants in Sachen Preis um einen spürbaren Faktor hinterher hinken (was in dem Fall ja besser ist).

Wer etwas raus in die Natur will, kann eine Expedition zu den über 150 Vulkanen auf der Halbinsel Kamtschatka, von denen zur Zeit ca. 30 aktiv sind, in Angriff nehmen. Sie lassen einen die Natur mit ihren Urgewalten hautnah erleben. Die Insel ist erst seit ein paar Jahren wieder für Jedermann und -Frau zugänglich, was den "unberührte Natur"-Faktor noch etwas erhöht. Hier finden sich ein paar der höchsten Gebirge der Erde, z.B. der Kljutschewskaja Sopka mit 4750 Metern, der Awatschinskij (2750M) oder der Mutnowski (2323M). Der wirklich höchste Berg in Russland ist aber der Elbrus mit 5642 Metern Höhe, der sich im Kaukasus befindet.

Das Land lässt sich - jedenfalls auf dem europäischen Teil - gut mit Eisenbahn, Auto oder auch per Flugzeug erkunden. Die berühmte Transsibirische Eisenbahn führt von Wladiwostok bis nach Moskau. Straßenverkehr ist nur im europäischen Teil Russlands zu empfehlen, da auf die Gesamtheit gesehen nur ungefähr zwei Drittel der Straßen befestigt sind. Die "Transkontinentale" mit ihren 10000 Kilometern Länge führt als längste Straße Russlands ebenfalls von Wladiwostok nach Moskau.
Demgegenüber stehen über 70000 Kilometer an Wasserwegen, welche die Ostsee, das Schwarze Meer, die Binnenseen und das Weiße Meer (teilweise über Kanäle) miteinander verbinden.
Doch auch für ansonsten schlecht erreichbare Destinationen gibt es eine Lösung: Den Flugverkehr. Dank der technischen Errungenschaften vieler russischer Konstrukteure, kommt dieser Beförderungsart auch stellenweise eine große Bedeutung zu, was sich nicht nur an 2500 Flughäfen landesweit messen lässt. Neben der weltweit bekannten Linie Aeroflot fliegen auch noch andere Gesellschaften nach und aus Russland heraus in den Rest der Welt.

Doch bleiben wir zunächst einmal innerhalb der Landesgrenzen:
Ein besonderes Sightseeing-Ziel ist das Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau. Als Nationalheiligtum gehört es zu den Pflichtbesuchen der einheimischen Bevölkerung und wird auch gerne von Touristen angesehen, da man meist sowieso schon am bekannten Roten Platz vorbei flaniert. Das Besondere daran ist bestimmt der Kristallsarg, in dem die sterblichen und einbalsamierten Überreste von Lenin besichtigt werden können.

Der Rote Platz und der Kreml (das Wort ist altrussisch und bedeutet übersetzt in etwa "Zitadelle") sind zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten weltweit. Der Kreml wurde vor ca. einem halben Jahrtausend in über 50 Jahren Bauzeit mühsam erschaffen. Teilweise befindet sich hier auch heute noch der Regierungssitz. Die vier hier ebenfalls befindlichen Kathedralen, die für ihre prächtigen Kuppeln bekannt sind, werden in diesem Zuge ebenfalls gerne besichtigt und machen Russland sozusagen aus.

Wer sich für mehr Kultur und Kunst interessiert, kann die Tretjakow Galerie in Moskau als nächsten Punkt auf seiner Sightseeing-Liste eintragen. Dieses gewichtige Museum mit nationaler Kunst ist hauptsächlich aus der privaten Sammlung von Pawel Tretjakow entstanden, die er der Stadt vermacht hat. Dessen gesammelte Kunstwerke datierten bis in das 11. Jahrhundert zurück. Inzwischen gibt es aber auch Kunst von anderen lokalen Künstlern zu begutachten, was eine spannende Kunst-Reise verspricht.

Um von der Kunst zur Kultur zu gelangen, kann man zu aller erst das Bolschoi Theater besuchen, das durch seine klassizistische Bauweise beeindruckt. Hier sind ca. 1000 Darsteller "angestellt", deren Großteil sich aber oftmals auf weltweiten Tourneen und nicht vor Ort befinden. Weiterhin sehr bekannt ist auch die Staatsoper in Nowosibirsk, was aber schon in etwas kühleren Gefilden liegt und somit ein Besuch nicht für Jedermann und -Frau geeignet ist.
Doch auch das russische Ballett ist weltbekannt durch das 1981 gegründete Russische Staatsballett, auch Bolschoi-Ballett genannt, und hat eine lange Tradition. Es ist in Russland eine nicht mehr weg zu denkende Form der Unterhaltung.

Von den Theatern kommt man automatisch auf die Architektur zu sprechen, die sich in Russland größtenteils an der des byzantinischen Reichs orientiert. Zwiebeltürme prägen das Stadtbild. Bekannte Beispiele für Sakralbauten sind die Sophien-Kathedrale in Nowgorod, die St. Demetrios Kirche in Wladimir sowie die Basilius-Kathedrale am Roten Platz. Westeuropäische Einflüsse sind durch den Barock auszumachen. Auch gibt es komplette Gebäude wie das Menschikow-Palais oder die Peter-Pauls-Festung, die von europäischen Architekten gebaut worden sind.

07.08.2007 09:33:41 von thorschdn
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