Alte Autos - Der Hersteller De SotoMit der auf dem New Yorker Automobilsalon im Januar 1929 offiziell vorgestellten Marke De Soto schloss Walter P. Chrysler die Lücke zwischen Dodge und Chrysler. Er besaß nun ein vier Marken umfassendes Automobilimperium, das auf der untersten Stufe mit Plymouth begann und auf der gesamten Bandbreite mit General Motors und Ford konkurrieren konnte. Der für 1946 herausgekommene erste Nachkriegs - De Soto basierte auf dem Modell 1942. Dieses hatte unter Klappen verborgene Scheinwerfer, eine Besonderheit, die nun aufgegeben wurde. Dafür liefen die Vorderkotflügel jetzt nahtlos in die Vordertüren aus. Ein Markenmerkmal blieben die senkrechten Zierstäbe des Kühlergitters. Angetrieben wurden die in Standardbauweise mit Kastenrahmenchassis, vorderer Einzelrad¬aufhängung und hinterer Starrachse konzipierten De Soto von seitengesteuerten 6-Zylinder-Motoren. Das halbautomatische Getriebe Gyrol Fluid Drive mit hydraulischer Kupplungsbedienung Tip-Toe war weiter verbessert worden. Wie bei den Chrysler und Dodge gab es auch De-Soto-Modelle mit langem Radstand; sie fanden (auch in der Schweiz) Verwen¬dung bei Taxihaltern und Hotels.
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Für 1949 brachte die Chrysler Corporation neue Stufenheck-Karosserieformen heraus. Auch die De Soto hatten jetzt einen pontonähnlichen Aufbau. Bei kleineren Außenmaßen wurde mehr Innenraum geboten. Diplomat und Diplomat Custom galten nach wie vor als Exportmodelle. Sie waren mit den Plymouth verwandt und bildeten ein Pendant zu den Dodge Kingsway. Für 1950 wurde das Kühlergitter bis an die Karosserieecken verbreitert (runde statt eckige Blinkerleuchten). Neu kam das Faux-Cabriolet Sportsman hinzu. Die Diplomat-Modelle gab es auch mit 2,8-Liter-Motor und super breiten Reifen. Zu den in der Modellreihe 1951eingeführten technischen Neuerungen zählten die neuen Chrysler-Stoßdämpfer Oriflow und ein Ganzstahl-Station Wagon (ohne Holzbeplankung) mit versenkbarem Heckfenster. Anstatt senkrechter Zierstäbe besaßen die De Soto nun zähneartige Rippen in der niedrigen Kühleröffnung. Die Motorleistung war auf 117 PS gesteigert worden.
V8 - Bei den De Soto des Jahrgangs 1952 war auch - allerdings nicht von Anfang an - ein moderner V8-Motor erhältlich, der Fire Dome Eight. Konstruktionsmäßig lehnte er sich an den Chrysler-V8 an. Mit 4,5 Litern Inhalt war er zwar kleiner, doch bot er mit 35,7 PS/1 die höchste amerikanische Literleistung. Die besonderen Merkmale waren die schräghängenden Ventile und die halbkugelförmigen Brennräume. Vorn auf der Motorhaube der De Soto prangte eine zusätzliche Einlassöffnung für die Vergaserluft. Die De-Soto-V8-Motoren wurden in einer hochmodernen teilautomatisierten Fabrik in Dearborn hergestellt. In diesem neuem Motorenwerk gab es bereits Präzisionsautomaten, die bis 96 Arbeitsgänge 34 Etappen ausführen konnten.
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Für 1953 wurde die halbautomatisch Kraftübertragung, die Chrysler unter verschiedenen Bezeichnungen in divers Modelle einbaute, weiter verfeinert. Ihr hydraulischer Drehmomentwandler wurde nun mit dem Motorenöl versorgt und bedurfte keines eigenen Öls mehr. Die Modellreihen Deluxe und Custom löste der Powermaster Six ab, doch wurden bereits beinahe doppelt soviel Firedome 8 verkauft. Neu eingeführt wurden Servobremsen. Die hinteren Kotflügel liefen nun länger aus, und die äußeren Kühlergitterrippen waren nicht mehr um die Ecke gezogen. Eine ellipsenförmige Kühleröffnung zeigten die Modelle 1954. Nun war das Power-Flite-Getriebe, die erste Vollautomatik des Chrysler-Konzerns, auch bei De Soto erhältlich. Mit dem Adventurer, einem formvollendeten Coupe, wurde noch Ende 1953 auch De Soto ein bei Ghia in Turin gebauter Traumwagen gewidmet. Wesentliche Änderungen erfuhren die De Soto 1955. Die hinteren Kotflügel waren nicht mehr angesetzt und die Karosserien verlängert. Die „Original-De Soto“ gab es nun als Modelle Firedome und Fire-flite ausschließlich mit V8-Motoren, wobei jetzt die 200-PS-Grenze überschritten wurde. Für den Export gab es weiterhin die Plymouthverwandten Typen Diplomat und Diplomat Custom. 1956 folgte die Einführung des 12-Volt-Systems, der Druckknopfschaltung für die Power-Flite-Auto-matik und eines neuen Hochleistungs-Faux-Cabriolets kleinerer Serie mit der Bezeichnung Golden Adventurer. Die De-Soto-Zähne im Kühlergitter machten nun einem üblichen Gitter Platz, und die hinteren Kotflügel waren zu Peilstegen ausgezogen.
1957 brachte Chrysler neue, niedrigere Karosserien mit stark vergrößerter Panorama-Windschutzscheibe und das Fahrwerk Torsion-Aire mit vorderen längsliegenden Torsionsfederstäben und neuen hintern Blattfedern mit weit vor der Federmitte angeordneter Achse heraus. Neben der Power-Flite- war jetzt auch die Torque-Flite-Automatik lieferbar.
Im Zeichen des „PS-Rennens“ in den USA stieg das Leistungsangebot weiter an. Bei De Soto vollzog man jedoch zugleich einen Schritt zurück: Mit der Reihe Fire-Sweep (nebst den Diplomat) wurden im Radstand verkürzte Modelle angeboten. 1958 erhielten auch die De Soto Doppelscheinwerfer. Beim Spitzenmodell Adventurer waren dank Benzineinspritzung bis 360 PS Leistung erhältlich. Doch bei De Soto zeichnete sich eine Krise ab: Der Verkauf sank auf 40 000 Einheiten, nachdem er in den Jahren 1949/50 noch über 100 000 Stück betragen hatte. Die Produktion wurde daher von Warren/Wyoming in das Chrysler-Werk Jefferson verlegt. Dort wurde im März 1959 dreiteilige Schlusslichter.
Für 1960 erfolgte die Einführung der selbsttragenden Karosserien. Die De Soto hatten nun ein schildförmiges Kühlergitter, und es gab bloß noch die Reihen Fireflite und Adventurer. Der Absatz sank auf 23 677 Stück. 1961 sollte das letzte De-Soto-Jahr sein: Von den Modellen 1961 mit schräggestellten Doppelscheinwerfern wurden noch etwas über 3000 Einheiten gebaut.
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