Erst einige Jahrhunderte nach der Völkerwanderung und dem Zusammenbruch des Römerreiches entwickelte sich in Europa langsam eine neue Baukunst. Um das Jahr 800 war das Frankenreich der mächtigste Staat in Mittel- und Westeuropa. Die Aachener Pfalzkapelle stellt den Höhepunkt der karolingischen Baukunst (800-950) dar.In Anlehnung an ravennatische Bautraditionen erhebt sie sich auf den Ruinen römischer Thermen. Quadersteine aus Verdun, Architekturteile und Ziegel von verlassenen Römerbauten aus Trier, Köln und Aachen, Säulen und Marmorbrocken aus Rom und Ravenna fügten italienische Bauhandwerker hier zusammen. Nach Plänen des Baumeisters Odo von Metz entstand die Repräsentations- und Grabkirche Karls des Großen, die im Jahre 805 vollendet wurde und bis zur Mitte des 16. Jahrunderts die Krönungskirche der deutschen Kaiser blieb.
Dem Formenreichtum der noch stark von der Antike beeinflussten karolingischen Architektur zeigt sich auch an der meist als »Torhalle« bezeichneten Königshalle des Klosters Lorsch. Ähnlich einem römischen Triumphbogen wurde sie für kaiserliche Amtshandlungen um 770 errichtet. Die von Pilastern und Halbsäulen gegliederte Fassade verkleidete man mit weißen und roten übereck gestellten Steinplatten. Der baldige Zerfall des Frankenreiches, auch die Normannen- und Ungarneinfälle brachten das Bauwesen für anderthalb Jahrhunderte zum Erliegen.
Erst nach 950, in der Zeit der Ottonischen Kaiser, blühte es wieder auf. Jetzt entwickelte sich der otto-nische Baustil als Bestandteil der Frühromanik. (Durch den Begriff »Romanik«, der erst seit 1820 in der Kunstgeschichte verwendet wird, soll die Weiterentwicklung des altchristlichen »römischen« Stils unter germanischen und orientalischen Einflüssen gekennzeichnet werden.) Bis etwa 1250 beherrschte dieser neue Stil das Bauschaffen in Deutschland.
Die Bauten der Romanik sollen nun in einem Projekt von neuem Auferstehen (3D Architektur – Visualisierung Romanik). Bei diesem Projekt sollen Bauten aus der Romanik, mit Hilfe von 3D Modellierungssoftware, rekonstruiert und am Computer analysiert werden. Die neuen Möglichkeiten der 3D Visualisierung, Architekturvisualisierung und 3D Animation eröffnen den Wissenschaftlern völlig neue Wege, die damalige Baukunst nachzuvollziehen und zu verstehen.