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Artikel » Bau & Architektur Wenn das Fundament kein Fundament mehr hat |
Die Zahl derjenigen Bundesbürger, die sich ein Haus kaufen beziehungsweise selber bauen, ist seit den 90er Jahren dramatisch zurückgegangen. Der Grund dafür scheint auf den ersten Blick leicht zu identifizieren: Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, die Arbeitslosigkeit hoch, das Realeinkommen rückläufig. Aber es gibt noch andere Gründe. Zum einen die geänderten Familien- und Lebensverhältnisse. Immer weniger Deutsche heiraten, immer weniger Paare bekommen Kinder. Und für Singles beziehungsweise kinderlose Paare lohnt sich ein Haus in der Regel nicht; wenn man zu zweit oder sogar alleine lebt, ist eine Wohnung einem Haus häufig vorzuziehen. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum sich immer mehr Menschen gegen ein eigenes Haus entscheiden: Die abnehmende Qualität der Bauleistungen. Vor einiger Zeit ging der Fall eines Stuttgarter Häuslebauers durch die Presse, der gegen seinen Bauunternehmer einen langwierigen Prozess führte. Beanstandet wurden nicht nur das Parkett sowie die Bodenplatte mit Fußbodenheizung; beanstandet wurden auch so grundsätzliche Dinge wie das Dach sowie das Fundament. Immerhin bekam der Stuttgarter vor Gericht schließlich Recht; die Baufirma musste Schadenersatz leisten. Woher kommt es, dass die Leistungen der Baufirmen häufig nicht mehr dem früher üblichen Standard entsprechen? Nun, häufig liegt es am Personal. Die heutigen Auszubildenden (und im Gefolge davon natürlich auch die Gesellen) haben nicht mehr die Qualität wie diejenigen früherer Jahre; da wird schon mal ein Parkett unfachmännisch abgeschliffen; und bei Bodenplatte mit Fußbodenheizung verstehen die Lehrlinge und Junggesellen oft nur Bahnhof. Tatsache ist: Die Baubranche ist immer noch ein Fundament der deutschen Wirtschaft; damit das so bleibt, muss in Zukunft im Bereich Aus- und Weiterbildung das Menschenmögliche getan werden.
| | | 18.09.2007 10:48:12 von |
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