Datum: 09.02.2012, 13:15:01 Uhr 
 
 Aktuelle Kategorie:
  Bau & Architektur (91)
  Kategorieübersicht
Benutzerdefinierte Suche
Artikel » Bau & Architektur

Sind Dachbeschichtungen umweltverträglich?

Wessen Haus ein älteres Dach hat, muss sich irgendwann mit dem Gedanken an eine Dachsanierung anfreunden. Eine Neudeckung des Daches steht außer Frage, wenn die Dachisolierung verbessert werden soll oder die Substanz des Daches nicht mehr ausreicht. Handelt es sich aber lediglich um ein optisches Problem, kann er sich zum Beispiel auch für eine Dachbeschichtung entscheiden. Vergleicht man Dachbeschichtungen mit einer Neueindeckung nur im Preis, schneidet die Dachbeschichtung natürlich erst einmal besser ab. Das ist keine Frage, es wird ja auch eine andere, eine deutlich geringere Leistung erbracht. Vielfach reicht das aber aus um dem Dach sein ehemals schönes Aussehen für viele Jahre zurück zu geben.

Nach einer mehr oder weniger umfangreichen Dachreinigung wird das Dach grundiert und anschließend beschichtet. Doch womit? In der Regel kommt eine Acryldispersion zur Anwendung, selten ein Beschichtungsstoff auf Polyurethanbasis. Nur selten erwähnt wird die Tatsache, dass fast alle Dachfarben gefährliche Biozide enthalten. Hierbei handelt es sich um chemische Verbindungen oder Schwermetalle, die eine erneute Bildung von Grünbelag verhindern oder zumindest aber deutlich verzögern sollen. Fehlen diese Biozide im Beschichtungsstoff können sich unter den heutigen klimatischen Bedingungen schon nach wenigen Monaten oder Jahren wieder Algen festsetzen, die das Aussehen der neuen Dachbeschichtung beeinträchtigen können. Und das ist weder im Sinne des Verbrauchers, des Fachbetriebes, noch im Sinne des Farbherstellers. Obwohl es sich um eine harmlose und rein oberflächliche Erscheinung handelt, gerät sein Produkt dadurch doch vielleicht in einen zweifelhaften Ruf und seine Absätze leiden darunter. Das will natürlich niemand und so werden weiterhin fleißig biozid wirkende Substanzen zu den Farben, die für die Dachbeschichtung verwendet werden, hinzugefügt. Manch ein Dachbeschichter treibt es noch zusätzlich auf die Spitze, indem er selbst noch Biozide hinzufügt.

Doch mit welchen Folgen? Optisch ist die Dachbeschichtung zwar vielleicht hervorragend, doch diese Gifte wirken nur direkt an der Oberfläche und von dort werden sie durch den Regen permanent abgewaschen und gelangen so zuerst in die Bäche, danach in Flüsse und Seen um letztlich auf dem Wege der Nahrungskette wieder bei uns auf dem Mittagstisch zu landen. In der Vergangenheit gab es genug Beispiele, die Erinnerung an DDT, PCB und Lindan ist noch frisch. Fast erheiternd muten auch Äußerungen an wie z. B. das Märchen von biologisch abbaubaren Bioziden. Ein Widerspruch in sich.

Das es auch anders geht, beweisen einige wenige Farbhersteller, die konsequent auf biozidfreie Dachbeschichtungen setzen. Alternativ zu dem Einsatz von Umweltgiften setzen sie verstärkt auf höherwertige Bindemittel. Zudem erhöhen Sie oft noch die Bindemittelmenge im Endprodukt, so dass ihr Beschichtungsstoff beim Abbindeprozess eine deutlich glattere Oberfläche bildet. Algen haben es schwer sich darauf anzusiedeln. Für diejenigen, die Ihr Regenwasser auffangen um es später als Gießwasser zu verwenden, bietet sich sogar ein direkter Mehrwert, sie brauchen keine Wartezeit mehr einhalten. Bei herkömmlichen Dachfarben beträgt diese immerhin ein bis zwei Jahre.

Die nachträgliche Dachreinigung und Dachbeschichtung muss also nicht unbedingt umweltverträglich sein, sie kann es aber durchaus. Es kommt im Wesentlichen darauf an, was der Verbraucher will. Was er nachfragt und ob er bereit ist, für eine bessere Qualität auch einen geringen Mehrpreis zu bezahlen.

03.02.2008 21:51:00 von Claus-Holger
Fügen Sie diesen Artikel Ihren Social Bookmarks hinzu:


Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Website:

Informationen über den Autor dieses Artikels:
Cookies müssen im
Browser erlaubt sein!

Passwort?
Registrieren!
Richtlinien lesen

Autoren-Topliste

  TOP

© 2010 by spicky.de | prosumer24 GbR | Impressum  

Page copy protected against web site content infringement by Copyscape