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Artikel » Bau & Architektur Die Erdgeschossdecke in Beton |
Die klassische Erdgeschossdecke eines Einfamilienhauses bildet nach wie vor die gegossene Stahlbetondecke. Während früher die gesamte Decke auf der Baustelle hergestellt wurde (Deckenschalung, Bewehrung, Beton), wird heutzutage überwiegend mit sog. Filigrandecken gearbeitet, dabei bilden Fertigbetonplatten in einer Dicke von ca. 5 cm quasi die untere Decken-schalung. Bei diesen Betonfertigteilen handelt es sich einseitig glatte (unten) Platten, bei denen bereits die untere Bewehrung sowie Gitterträger integriert sind. Sie werden mittels Kran auf die Erdgeschosswände und zusätzliche Stützbalken (Hilfsjoche) aufgelegt. Die Platten sind genau nach Plan gefertigt und beinhalten auch Öffnungen für z.B. Schornstein und Treppe. Nach dem Auflegen der Platten wird eine Randschalung (in Höhe der späteren Decke) aufgebracht; heute meist mit integrierte Randdämmung der Stahlbetondecke. Nun können der Elektriker und der Heizungsbauer die jeweils für ihre Gewerke notwendigen Vorarbeiten erledigen (mit dem Bohrhammer sind schnell Löcher und Öffnungen in der noch nur 5 cm dicken Platte hergestellt). Im folgenden kann die obere Bewehrung gem. Statik bzw. Deckenplan verlegt werden; meist kommen dafür Stahlmatten und Stabstahl zum Einsatz. Notwendige Aussparungen bzw. Anpassungen nimmt man dabei am Besten mit einer Schleifmaschine (Trennschleifer) oder einem großen Bolzenschneider vor. Im Schleifmaschinen-Vergleich haben sich dafür besonders leistungsstarke Geräte der 230 mm-Klasse bewährt. Nachdem die gesamte Bewehrung ordnungs-gemäß verlegt und seine Lage mittels Verdrahtung gesichert ist, kann der Transportbeton in entsprechender Qualität und Festigkeit (lt. Statik) geliefert und eingebracht werden. Auf die Decke transportiert und verteilt wird er dabei meist mittels Betonpumpe plus Kranausleger, aufgebaut auf einem Spezial-LKW. Auf der Decke sind dabei nur noch Verdichtungsarbeiten (Flaschenrüttler), sowie geringe Ausgleichs- und Glättarbeiten auszuführen. Um den Beton vor zu schneller Austrocknung zu schützen (Gefahr der Rissbildung), deckt man ihn, sobald er etwas "angezogen" hat, mit einer Plane ab. Seine Nennfestigkeit hat die Betondecke im übrigen nach 28 Tagen erreicht, dann können auch die Hilfsjoche und Stützen im Erdgeschoss entfernt werden. Die Vorteile von Stahlbetondecken, aus zumindest teilweisen Fertigteilen, liegen in der gleichbleibend guten Qualität, der tapezier- bzw. streichfertigen glatten Unterseite, der Reduzierung der Schalungskosten, der Verkürzung der Bauzeit, sowie der Herstellung einer statisch hoch belastbaren Decke, die auch höchsten Anforderungen hinsichtlich des Schallschutzes gerecht wird.Christoph Pruellage
| | | 20.03.2008 17:09:19 von |
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