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Die Function Point Methode

Die Function-Point Methode ist ein Verfahren, das im Rahmen des Projektmanagement in der Softwareentwicklung dabei behilflich sein kann, den zu erwartenden Aufwand zu ermitteln.

Die Basis des Verfahrens, das zu den Standard-Werkzeugen im Projektmanagement gehört, stellen function points dar. Diese Punkte werden errechnet, um Aufwand und Umfang eines geplanten Projektes im Vorfeld grob einzuschätzen.

Um Function Points zu errechnen, unterteilt man das geplante System in die kleinstmöglichen logischen Bestandteile, und weist diesen später nach festgelegten Regeln einen von drei Komplexitätsgraden (komplex – mittel – einfach) zu, aus der Kombination beider Werte werden danach die Punkte ermittelt.

Wie funktioniert das Verfahren im Detail?

Im ersten Schritt werden zu verarbeitende elementare Daten und Funktionen nach festen Regeln aufgeführt und addiert – die Summe, die dieser Schritt ergibt, bezeichnet man als „unbewertete Function Points“. Die unbewerten function points können als einigermaßen objektive Einschätzung für den Funktionsumfang, den das Softwaresystem dem zukünftigen Anwender bieten wird, gesehen werden.

Im zweiten Schritt werden die technisch erforderlichen Anforderungen an die Software mit Punkten bewertet, der so ermittelte Wert wird mit den unbewerten Function Points aus Schritt 1 multipliziert. Das Produkt dieser Multiplikation nennt man dann „bewertete Function Points“, diese stellen eine gute Grundlage für die Bewertung des zu erwartenden Aufwands dar.

Die bewerteten Function Points widerum werden dann mit Hilfe spezieller Referenzdaten eingeordnet, um daraus konkretere Detailanforderungen, wie die benötigte Arbeitsleistung in Mitarbeitermonaten einzuschätzen. Aktuelle Projekte bilden die Basis der Referenzdaten, sie sollten bereits im Vorfeld des Projekts erhoben und festgeschreiben werden. Die Referenzdaten sollten idealerweise aus dem Arbeitsalltag des Unternehmens stammen, das die Aufwandsschätzung durchführt. Hat das Unternehmen versäumt, eine geeignete Datenbasis zu erstellen, besteht die als Notlösung die Möglichkeit, von vergleichbaren Unternehmen zur Verfügung gestellten Daten zu arbeiten. Eine solche Vorgehensweise ist allerdings kritisch zu sehen, da sie zu Ungenauigkeiten in der Schätzung führen können.

Da durch function points nur die fachlichen Anforderungen an ein Projekt grob geschätzt werden können, kann das Verfahren schon in einer relativ frühen Phase im Projektmanagement, meist schon bei Erstellung des Lastenhefts, angewendet werden. Die Function-Point Methode stellt eine gute Basis für verwandte Aufwandsschätzmethoden dar, die auf den unbewerteten Function Points basieren, und die Bewertung mittels eines eigenen Schemas vornehmen.

26.04.2007 11:03:14 von yari
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