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FHS vs. LSB

Was ist FHS (Filesystem Hierachy Standard) und LSB (Linux Standard Base)?
Für welche Aufgaben stehen diese Begriffe?


FHS:

Die Abkürzung FHS steht für Filesystem Hierachy Standard (zu deutsch: Standard des hierarchischen Datei-/Verzeichnissystems).

Der FHS ist eine von der Filesystem Hierachy Standard Group er­stellte und veröffentlichte Richtlinie für Entwickler, Distributo­ren und Benutzer unixähnlicher Betriebssysteme, die Regeln und Übereinkünfte über die Verzeichnisstruktur unixähnlicher Betriebs­systeme bzw. Unix-Derivaten festlegt und zu standardisieren ver­sucht. Momentan ist das FHS in der Version 2.3 verfügbar.

Dieser Standard versucht es Benutzern und Administratoren zu ermöglichen, Dateien leichter zu lokalisieren, indem das Dateisys­tem in verschiedene Bereiche unterteilt wird, denen jeweils eigene Anwendungs- und Aufgabengebiete zugeordnet sind.

Besonders interessant ist dies insbesondere für Administratoren und Benutzer verschiedener Unix-Derivate wie AIX, IRIX, Solaris und unixähnlicher Betriebssysteme wie Linux und weitere.


LSB:

Die Abkürzung LSB steht für Linux Standard Base.

Die LSB ist die bekannteste Arbeitsgruppe der Free Standards Group, die sich zur Standardisierung von Linux gegründet hat. Die Free Standards Group wurde 1998 als eine gemeinnützige und un­abhängige Organisation etabliert, um Freie Software und Open Source-Software durch Standardisierungen zu stärken.

Die LSB entwickelt Übereinkünfte über den Aufbau des Dateisystems von GNU/Linux-Distributionen, binäre Interkompatibilität zwischen den Paketen der verschiedenen Distributoren und legt außerdem grundsätzlich notwendige Bibliotheken fest. Es werden Aussagen über System-Befehle, grafische Benutzeroberflächen und die Verzeichnisstruktur („filesystem hierachy“) getroffen, um so Benutzern und Administratoren den Umstieg innerhalb der GNU/Linux-Distributionen zu vereinfachen und somit distributionsüber­greifende Standards zu schaffen, damit der „Wildwuchs“ unter den Distributionen gestoppt und einheitliche Übereinkünfte gesetzt werden können. So sind bis zum jetzigen Zeitpunkt z.B. RHEL 3 und SLES 9 LSB-konform – ein Großteil der Distributionen allerdings nicht. Unterstützt wird die LSB bzw. die Free Standards Group u. a. durch IBM, TurboLinux Inc., Red Hat Inc., Intel, AMD und HP.

Seit der Version 2.0.1 (derzeitig 3.1) ist die LSB unter der Num­mer des ISO-Standards 23360 als internationaler Standard aner­kannt.

26.06.2007 11:48:24 von EZ
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