Unter dem Begriff des Web 2.0 versteht man eine neue Art des Internets. Dabei handelt es sich nicht um eine radikale Veränderung der Nutzung des Internets, sondern eher einen schleichenden Prozess der Individualisierung. Die Bezeichnung als Web 2.0 ist als Anlehnung an die Bezeichnung von neuen Software-Updates zu verstehen, die auch bei jeder Neuauflage weiter durchnummeriert werden.Das Schlagwort Interaktivität bezeichnet den Veränderungsprozess, der in den vergangenen Jahren das Internet geprägt hat am deutlichsten. Web 2.0 bezeichnet somit eine zunehmend interaktive Nutzung des Internet. Besonders eindrucksvolle Beispiele sind hier die Blogs, also die Internet-Tagebücher in denen jeder Internetuser quasi ohne technisches Knowhow seine eigene, tagesaktuelle Homepage gestalten kann. Dabei geht es nicht mehr nur um Webdesign, sondern auch verstärkt um Inhalte. Auf Social Websites, die das Knüpfen von neuen Kontakten ermöglichen, werden die vormals anonymen User zu fast realen Persönlichkeiten indem sie ihre Hobbies, Vorlieben und Charaktereigenschaften für jeden sichtbar publizieren. Diese neue Interaktivität geht einher mit einer Offenheit, mit deren Hilfe sich bereits bestehende Kontaktnetzwerke auch online - für jedermann einsehbar - darstellen lassen.
Immer mehr hat auch der Freizeitbereich Einzug in die digitale Welt gehalten: Sehr viele private Internetuser stellen sich selbst auf eigenen Homepages mit besonderen Webdesign vor oder stellen ihre privaten Urlaubsfotos auf die einschlägigen Websites. Dort können diese dann von anderen Usern bewertet, mit einem Kommentar versehen oder per Email oder MMS aufs Handy verschickt werden. Diese neue Interaktivität des Web 2.0 bezeichnet auch die Verknüpfung von immer mehr Medien. Das Handy wird als Modem genutzt, man geht mobil via UMTS online und schickt die neuesten Fotos, die man soeben mit der im Handy eingebauten Digitalkamera geschossen hat, an die entsprechenden Websites um sie dort den Freunden und der ganzen Welt zu präsentieren.
Diese Art des Umgangs mit dem Internet ist neuartig, weil das private Leben immer mehr in die Öffentlichkeit getragen wird. Er wurde möglich gemacht durch die zunehmende Verbreitung von Breitbandtechnologien und günstigen Flatrates. Niemand ist heute aus monetären Gründen von der Nutzung des Internets ausgeschlossen. Das Internet ist ein demokratisches Gut und ein vielseitig nutzbares und genutztes Medium. Dabei steht die Einfachheit der Nutzung für viele User an erster Stelle. Nur durch diese Prozesse war es möglich zum Web 2.0 zu kommen, wo man verstärkt auf digitale, von überall abrufbare Speicher zurückgreift, als alle Daten ausschließlich auf dem eigenen PC zu speichern. Auch die eigenständige Überprüfung auf Updates hebt die Trennung zwischen eigenem PC und dem Internet nahezu vollständig auf. Vielmehr existiert ein einziges aktives und breites Gesamtnetzwerk.