Gluten oder auch Kleber beziehungsweise Klebereiweiß ist die Bezeichnung für ein Gemisch aus ungefähr 90 % Proteinen, 8 % Lipiden und 2 % Kohlenhydraten, welches durch Wasserzugabe zum Mehl eine gummiartige, klebrige, elastische Masse bildet. Es kann durch Auswaschen der Stärke aus Teig gewonnen werden und hat für die Backeigenschaften von Mehl eine entscheidende Bedeutung.
Bei normaler Verdauung ist Gluten ungefährlich und gut verträglich, aber bei genetisch bedingter Glutenempfindlichkeit kann die Dünndarmschleimhaut so stark geschädigt werden, dass keine normale Verdauung mehr möglich ist.
Typische Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit, die auch Zöliakie oder einheimische Sprue genannt wird, sind Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder chronischer Durchfall. Mittels eines Antikörpertests kann ein Arzt einfach heraufinden, ob man glutenunverträglich ist. Diese Diagnose kann dann noch durch eine Dünndarmbiopsie bestätigt werden. In Mitteleuropa wird die Erkrankungshäufigkeit auf 1:500 bis sogar 1:100 Menschen geschätzt.
Betroffene müssen eine lebenslange und strenge glutenfreie Diät halten, bei der auf jegliche glutenhaltige Lebensmittel verzichtet wird. Bei vollständigem Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel bilden sich die Symptome nach einiger Zeit zurück.
Diverse pfiffige Existenzgründer bieten in Onlineshops die verschiedensten glutenfreien Lebensmittel an, so daß ein Leben ohne Gluten nicht unbedingt Einschränkungen mit sich bringt.
Betroffene können sich bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft über ein Leben mit dieser Krankheit im Alltag informieren.