Mit einem Bauspardarlehen können Bausparer den Erwerb von Wohneigentum finanzieren. Bauspardarlehen eignen sich zur Ergänzung einer gesamten Immobilienfinanzierung, wenn beispielsweise seit dem Eintritt ins Berufsleben die staatlichen Zulagen über die Zahlung vermögenswirksamer Leistungen genutzt wurden oder mit dem Bauspardarlehen ein Hausbankkredit nach dem Festzinsauslauf abgelöst werden soll. Das Bauspardarlehen wird im Rahmen eines Bausparvertrages gewährt. Ein Teil des Sparvertrages wird über einen bestimmten Zeitraum angespart, die Differenz zur festgelegten Bausparsumme wird als Bauspardarlehen vergeben. Damit steht dem Bausparer die gesamte Bausparsumme für den Immobilienerwerb zur Verfügung.Der Vorteil von Bauspardarlehen sind niedrige Zinsen und eine schnelle Rückzahlung. Der Bauspardarlehens-Zinssatz steht bereits bei Vertragsabschluss des Bausparvertrages fest und bleibt während der gesamten Rückzahlungsdauer fest. Ebenso der Zins- und Tilgungsanteil, der je nach abgeschlossenem Tarif zwischen 3 und 9 Promille der Bausparsumme beträgt. Bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro kostet ein Bauspardarlehen mit langsamer Rückzahlungsdauer und einer Kreditrate von 3 Promille 150 Euro und bei einer schnellen Rückzahlung und 9 Promille Kreditrate 450 Euro. Die Laufzeit liegt bei dieser Beispielrechnung zwischen 5 Jahren und maximal 19 Jahren. Vergleichbare Immobilienfinanzierungen über die Hausbank haben meist eine Rückzahlungsdauer von 30 bis 35 Jahre. Durch die niedrigen Nominalzinsen, die zwischen 2 und 3,5 Prozent p. a. betragen, sind auch die Effektivzinsen zwischen 2,3 und 3,7 Prozent günstiger als vergleichbare Immobilienfinanzierungen bei der Hausbank.
Die Absicherung eines Bauspardarlehens erfolgt über eine Grundschuld im Grundbuch. Damit hat die Bausparkasse die Möglichkeit, im Falle von Rückzahlungsproblemen die Immobilie zwangsweise zu versteigern. Gegenüber klassischen Banken muss die Grundschuld für das Bauspardarlehen jedoch nicht erstrangig im Grundbuch eingetragen werden.
Ein Anspruch auf das Bauspardarlehen hat der Bausparer nicht, da die Banken auch bei dieser Kreditvergabe die Bonität prüfen und gegebenenfalls die Auszahlung des Darlehens ablehnen. Auf jeden Fall erhält der Bausparer aber die angesparte Bausparsumme einschließlich der Zinsen und Zulagen, sofern sie nicht prämienschädlich eingesetzt wird.