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Münzsammler erklärt Kursmünzensätze

Was versteht man unter Kursmünzensätzen? Weshalb gibt es sie überhaupt? Haben sie einen besonderen Zweck? Sind sie auch zum Spekulieren geeignet? Auf diese oder ähnliche Fragen soll der folgende Artikel Antworten geben.

Zum Einstieg nun erstmal eine kurze Definition: Kursmünzensätze [kurz: KMS] sind hauptsächlich für den Münzsammler bestimmt. Sie enthalten den Umlaufmünzensatz eines Jahres und einer Prägestätte. Die Auflage der offiziellen Sätze (d.h. Ausgaben von den Ausgabestellen der Länder), welche meist in besonderen Prägequalitäten wie z.B. Stempelglanz, Spiegelglanz oder Polierte Platte geprägt werden, ist limitiert.

Doch Kursmünzensätze sind keine Erfindung aus diesem Jahrhundert. Die Bundesrepublik Deutschland gab bereits im Jahr 1964 ihren ersten KMS in der Qualität Spiegelglanz heraus. Damals noch verpackt in einer einfachen Plastikfolie und angesichts heutiger Verhältnisse mit einer Miniauflage von nur 600 Exemplaren. Seit 1974 gibt es auch Stempelglanzsätze aus Deutschland. Diese wurden seit ihrer Einführung 1974 bis zum Jahre 2001 in einer, von vielen Sammlern als unschön empfundenen Noppenfolie ausgegeben. Seit der Einführung der Euro Münzen 2002 hat sich Deutschland den internationalen Trend angepasst und verkauft die jährlich erscheinenden KMS in einer Blisterverpackung. Die Spiegelglanzsätze werden seit 1974 in einer aus Hartkunststoff hergestellt Verpackung verkauft. Auch der Wechsel von der D-Mark zu den Euromünzen als nationale Währung änderte daran nichts, außer dass die Farbe der Einlage von dunkelblau zu dunkelrot wechselte. Für deutsche Sätze ist abschließend noch erwähnenswert, dass die seit 2006 jährlich erscheinenden 2 Euro Gedenkmünzen der Bundesländerserie aus Deutschland seit eben diesem Jahr auch in den Kursmünzensätzen enthalten sind.

Aber nicht nur Deutschland gibt KMS heraus, inzwischen haben alle Eurostaaten einige Sätze ausgegeben. Zum Spekulieren sind die Kursmünzensätze inzwischen, von einigen Ausnahmen (z.B. die Ausgaben aus dem Vatikan oder Monaco, aber besonders diese sind nur sehr selten zum Ausgabepreis erhältlich) abgesehen, jedoch nicht mehr geeignet. Trotzdem werden Kursmünzensätze weiterhin von vielen Sammlern gerne gekauft und aufgehoben. Diese Sammler werden übrigens unter „Kollegen“ auch gerne als „Pappensammler“ bezeichnet. Die leicht spöttische Bezeichnung geht darauf zurück, dass der Wert von den Sätzen meist nicht durch die enthaltenen Münzen sondern eher von der Pappe/Plaste darum herum bestimmt wird.

19.07.2006 20:33:58 von Buch
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