Als Investmentfondsanleger hat man beim Fondskauf die Auswahl zwischen unterschiedlichen Anbietern. Diese unterscheiden sich u.a. im Bekanntheitsgrad, bei den Konditionen und Kosten, bei den Möglichkeiten und beim Komfort. Direktbanken bieten ein meist kostenfreies Depot an, in dem Fonds und sonstige Wertpapiere verwahrt werden können. Es gibt zur Zeit Anbieter, die eine Anzahl von z.B. 15 Fonds mit einem Rabatt von 100 % auf den Ausgabeaufschlag anbieten. Bei dieser sehr eingeschränkten Anzahl von Fonds fallen somit keine Kosten beim Fondskauf an. Die sonstigen angebotenen Fonds, deren Anzahl bis zu 6.000 betragen kann, werden in der Regel mit einem Rabatt von 50 % auf den Ausgabeaufschlag vermittelt. Bei der weitaus überwiegenden Anzahl von Fonds fallen bei Direktbanken somit Kosten bei Fondskauf an.
Fondsdiscounter vermitteln in der Regel Fondsdepots namhafter deutscher Fondsbanken. Diese Fondsbanken, die sich nur mit der Verwahrung von Investmentfonds beschäftigen, sind meistens Tochtergesellschaften bekannter Großbanken. Über ein Depot bei einer Fondsbank lassen sich bis zu 6.000 Fonds von über 100 Fondsgesellschaften kaufen. Dabei können bis zu 95 % aller im Angebot befindlichen Fonds mit 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag angeboten werden. Die Fondsdepots bei Fondsbanken haben den Nachteil, daß sie kostenpflichtig sind. Es gibt verschiedene Kostenmodelle am Markt. Je nach Anzahl der verwahrten Fonds bzw. nach Höhe des Fondsvolumens können die jährlichen Depotgebühren zwischen 12 € und 70 € liegen. In der Regel erstatten Vermittler bei Anlagesummen von über 20.000 € zumindest einen Teil der Depotkosten. Bei größeren Anlagesummen werden meistens die Depotkosten komplett übernommen.
Der Anleger sollte sich folgendes fragen: Legt er Wert auf ein kostenfreies Depot und akzeptiert dafür, daß der Fondskauf oder der Tausch in andere Fonds in der Regel kostenpflichtig und nur bei einer sehr kleinen Anzahl von Fonds kostenfrei ist, dann sollte er ein Depot bei einer Direktbank eröffnen. Legt er dagegen Wert auf kostenfreie Fondskäufe bei fast allen angebotenen Fonds sowie auf einen kostenfreien Fondstausch bei fast allen angebotenen Fonds und akzeptiert dafür Depotgebühren, dann sollte er einen Fondsdiscounter auswählen, der ein Fondsdepot einer Fondsbank vermittelt.
Je größer die Anlagesumme/Sparsumme/Tauschsumme ist, desto eher lohnt sich ein Fondsdepot bei einer Fondsbank, da durch den kostenfreien Fondskauf mehr Geld eingespart wird als durch die Einsparung eventuell anfallender Depotgebühren.