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Die Methode der wertorientierten Kapitalanlage

Kaufe einen Euro für 50 Cent. Das ist der Grundgedanke des sogenannten Value Investing. Dabei handelt es sich um eine wertorientierte Form der Kapitalanlage. Ihr Ursprung geht auf die Zeit der großen Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1930er Jahre zurück. Unter dem Eindruck der erheblichen Verluste, die Anleger durch den bekannten Börsencrash von 1929 erlitten haben, arbeiteten Benjamin Graham und David Dodd an einer Anlagestrategie, die in erster Linie Sicherheit und erst an zweiter Stelle eine angemessene Rendite verspricht. Das Ergebnis ihrer Arbeit wurde 1934 unter dem Buchtitel "Security Analysis" (deutsch: Wertpapieranalyse) veröffentlicht. Die darin beschriebenen Investitionsprinzipien bildeten die Grundlage für den sich erst später entwickelnden Bereich der Fundamentalanalyse.

Die Konzeption der wertorientierten Kapitalanlage geht davon aus, dass jede Aktie einen tatsächlichen Wert aufweist, der auf dem zugrundeliegenden Geschäft des mit dieser Aktie verbundenen Unternehmens sowie seinen Vermögensgegenständen beruht. In der Regel bezeichnet man diesen Wert als sogenannten Inneren Wert oder auch Intrinsischen Wert, welcher von verschiedenen Faktoren abhängig ist und somit gewissen Schwankungen unterliegt. Davon abweichend hat jede Aktie einen aktuellen Kurswert, welcher an der Börse durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird und den unterschiedlichen Einschätzungen der Marktteilnehmer entspricht. Diese beiden Werte können je nach Börsenlage mehr oder weniger stark voneinander abweichen. Über einen vollständigen Börsenzyklus sollten beide Werte aber mindestens einmal zusammenlaufen.

Bei produzierenden Unternehmen, oder bei Gesellschaften aus der Dienstleistungsbranche, wird der Innere Wert ihrer Aktien maßgeblich von den Unternehmensgewinnen bestimmt, die von diesen Firmen im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebes erwirtschaftet werden. Um den tatsächlichen Wert ihrer Aktien zu bestimmen, empfiehlt Benjamin Graham die Unternehmensgewinne mit einem angemessenen Multiplikator (allgemein Kurs-Gewinn-Verhältnis genannt) zu versehen, der je nach Unternehmen, seiner Rentabilität und Eigenkapitalausstattung, aber auch in Abhängigkeit des allgemeinen Zinsniveaus - und der damit verbundenen Bewertung des gesamten Aktienmarktes - individuell zu vergeben ist.

Mit seiner Arbeit lieferte Benjamin Graham die Grundlagen für eine ganze Generation von Investoren, die auf der Basis seiner Anlageprinzipien zu großem Wohlstand gelangten. Der bekannteste unter ihnen ist Warren Buffett, der es alleine durch die wertorientierte Kapitalanlage auf ein privates Vermögen von mehr als 40 Milliarden Dollar gebracht hat. Warren Buffett sieht sich selbst auch als denjenigen, der die Richtigkeit der von Benjamin Graham aufgestellten Thesen in der Praxis bewiesen hat.

11.04.2007 19:58:15 von mariow
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