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UMTS Flatrate wird bezahlbar

Eigentlich war es längst überfällig: bereits seit Jahren prognostizieren Mobilfunk-Auguren das Aufkommen des Mobilen Internets für Jedermann. Kaum ein Land ist so gut für das Produkt 'Mobiler Breitbandzugang geeignet wie Deutschland mit seiner hohen Bevölkerungsdichte, seiner Pro-Kopf-Wirtschaftskraft und günstiger Geografie (in Japan musste für eine UMTS Grundversorgung die Infrastruktur über Inselgrenzen hinweg geschaffen werden). Für eine flächendeckende Versorgung der Menschen mit mobilem Breitbandinternet mussten die Netzbetreiber trotzdem ihre Hausaufgaben machen, was länger dauerte als vielen lieb war.

Bevor Menschen problemlos mit einer UMTS Datenkarte ins Internet gehen konnten musste zunächst die kostenintensive Infrastruktur für das zellulare Übertragungssystem von UMTS aufgebaut werden. Daneben haben sich vor allem die Milliarden an Lizenzkosten für die UMTS Frequenzen als Bremser für die zügige Einführung der Technologie herausgestellt - mussten die Unternehmen doch sehr viel Geld für die Lizenzen ausgeben, dass ansonsten in Forschung und Entwicklung und Netzausbau hätte fließen können.

Erst jetzt fangen die Unternehmen an, mit UMTS nennenswerte Umsätze zu erzielen, und auch nur deshalb, weil sie sich von dem Gedanken verabschiedet haben, mit UMTS Produkten schell die Milliardeninvestitionen wieder hereinholen zu können. Nur so konnten die Tarife endlich auf ein bezahlbares Niveau sinken und interessante Datendienste und Anwendungen das Licht der Welt erblicken: Beim Surfen mit Mobil Flatrate wird man nicht mehr arm. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die seit kurzem in den Markt drängenden kleineren Anbieter, die einen enormen Wettbewerbsdruck aufbauen konnten und deren mobile Produkte sich inzwischen auch mit Festnetz- / DSl-Tarifen vergleichen lassen können.
Eine HSDPA Flatrate mit 3,6 mbit/s im Downstream ist derzeit für ähnliches Geld zu haben wie ein DSL2000 Anschluß für das Festnetz (vgl. z.B. die Moobicent Flatrate).

Die Konvergenz von mobilen und stationären Internetzugängen wird Deutschland mittelfristig wohl ins Haus stehen. So wie im Jahr 2007 voraussichtlich das erste Mal mehr Mobilcomputer als PCs verkauft werden wird sich jeder Internetnutzer ab einem bestimmten Zeitpunkt fragen, wozu er einen Festnetzanschluss braucht wenn man sämtliche Funktionalität in einem mobilen Internetanschluss nachbilden kann - zuzüglich gesteigerter Flexibilität (Mobilität, Übertragbarkeit etc.). Einen ersten Ausblick auf die Zukunft der Datentarife liefern Mobilfunk-Discounter wie Simyo, die schon heute UMTS Datentarife ohne Vertrag und Grundgebühr zu Centbeträgen pro MB anbieten. Sobald es GB sind werden alle anderen ein großes Problem haben.

22.06.2007 13:20:34 von typo888
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