Neulich waren wir zur Hochzeit eingeladen. Die Auswahl der Hochzeitsgeschenke war relativ einfach, weil sich die Brautleute einen Hochzeitstisch in einem Möbelhaus haben gestalten lassen. Da kann man dann nicht mehr viel falsch machen. Man kauft einfach das Geschenk, das zum persönlichen Budget passt.Wir haben die Geschenke gleich vom Möbelhaus stilvoll einpacken lassen mit durchsichtiger Geschenkfolie, weißen Bändern und netten Accessoires.
Gut gelaunt sind wir zur Hochzeit angerückt. Die Gaststätte war voll besetzt, die Stimmung sehr gut, das Essen schmackhaft und reichlich und das Brautpaar happy.
Die meisten Gäste haben es mit den Geschenken so gemacht wie wir – nett eingepackt, es gab nichts Doppeltes und nichts Unnützes. Manches war geheimnisvoll, anderes witzig verpackt, aber bei einem Geschenk staunten wir nicht schlecht, um nicht zu sagen, wir waren total sprachlos – zumindest ich!
Haben Sie schon mal ein Geschenk bekommen, das in einer Toilettenschüssel „verpackt“ war? Für mein Gemüt war das ja schon fast zu viel. Aber es kommt noch doller. Das Geschenk lag nicht einfach im „Klo“, nein, das Geschenk musste unter der berühmten braunen Masse hervorgeholt werden. Netterweise bekam das Brautpaar je einen Einmalhandschuh. Der Bräutigam hatte tierisch Angst um das zauberhafte weiße Kleid der Braut. Diese wiederum hat die ganze Sache total locker genommen. Nun haben beide so lange in dem Toilettenbecken rumgewühlt, bis ein paar mickrige Münzen zum Vorschein kamen. Das war natürlich noch nicht das Geschenk. Um an das richtige Geschenk zu kommen, mussten die Zwei ganz tief unten rumwühlen. Dann endlich konnten sie das Geschenk bergen, gut verpackt in einer Plastiktüte. Es war ein Gutschein für ein Wellnesswochenende für Zwei in einem Spitzenhotel. Na, das hat sich doch gelohnt!
Als aber zum Schluss die Braut ihren Handschuh ableckte, bin ich ja fast in Ohnmacht gefallen. Ja gut, es war leckerer Schokoladenpudding, aber so serviert, ist das nicht jedermanns Geschmack.
Dieses Geschenk war an Originalität jedenfalls nicht zu überbieten.