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Herzog Karl Eugen von Württemberg

Karl Eugen von Württemberg, häufiger auch Carl Eugen geschrieben, wurde am 11. Februar 1728 in Brüssel, als Sohn des Herzoges Carl Alexander und Maria Augusta von Thurn und Taxis, geboren. Seine beiden Brüder waren Ludwig Eugen und Friedrich Eugen.

Der Weg hin zum Thron

Karl Eugen von Württemberg, häufiger auch Carl Eugen geschrieben, wurde am 11. Februar 1728 in Brüssel, als Sohn des Herzoges Carl Alexander und Maria Augusta von Thurn und Taxis, geboren. Seine beiden Brüder waren Ludwig Eugen und Friedrich Eugen. Bereits sein Vater war, wie sein Sohn auch einst werden würde, ein absolutistischer Herrscher. Er war sehr ambitioniert in seiner militärischen Karriere und hatte einen prunkvollen und äußerst kostspieligen Hofstaat. Umstritten war die Ernennung des jüdischen Finanzministers Joseph Süß Oppenheimers, der um die Geldnot des Fürsten zu stillen, ein merkantilistisches Wirtschaftsystem einführte. Der frühe Tod Carl Alexanders am 12. März 1737 führte dazu, dass Carl Eugen bereits im selben Jahr, mit nur neun Jahren, den Thron bestieg und somit zwölfter Herzog von Württemberg wurde. Bis zum Erreichen seiner Mündigkeit mit 16 Jahren wurde die Regierung jedoch nicht von ihm selbst übernommen, sondern von den Administratoren Herzog Carl Rudolph von Wirtemberg-Weiltingen und Herzog Carl Friedrich von Wirtemberg-Oels. Währenddessen wuchs Karl Eugen in Brüssel auf, später, ab 1741 am Hofe des Königs Friedrich II. von Preußen, unter dem Einfluss der Habsburger Monarchie, in Berlin und Potsdam. 1744 trat er schließlich mit 16 Jahren die Regierung im Herzogtum Württemberg an. Die Geschichte sieht den Fürsten als einen intelligenten, jedoch geltungssüchtigen und ruhelosen Monarchen an.

Das Privatleben von Karl Eugen

Im Jahre 1741, also noch vor seinem eigentlichen Regierungsantritt 1744, lernte Karl Eugen die Nichte des preußischen Königs Friedrich II., Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie kennen. Diese war die Tochter des des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth. 1748 heirateten die beiden, doch die Ehe hielt nicht lange, denn bereits acht Jahre später, 1756, kehrte Elisabeth Friederike Sophie an den Hof der Eltern in Bayreuth zurück. Während dieser Zeit hatte sich Herzog Karl Eugen verschiedene Mätressen zu sich an den Hof gebracht, die teilweise mehrere Jahre lang an seiner Seite lebten. Solche Mätressen oder auch Kurtisanen sind Geliebte eines einflussreichen Mannes, wie in diesem Fall Herzog Karl Eugens, die oft eine engere Beziehung zum Fürsten haben, als seine Ehefrau. Viele Mätressen Karl Eugens kamen auch aus den unteren Schichten der Bevölkerung. Dabei liegt es Nahe, dass einige dieser Liebschaften nicht ohne Folgen blieben. Aus ihnen gingen zahlreiche illegitime Kinder hervor und die Mütter wurden lediglich mit einer Entschädigung von 50 Gulden abgespeist. Weitere Ansprüche konnten sie nicht geltend machen.
Eine besondere Stellung sollte dabei Franziska von Leutrum, geborene von Bernerdin, haben. Karl Eugen trifft Franziska von Leutrum zum ersten Mal 1769 in Bad Wildbad. Zu dieser Zeit ist sie schon mit Freiherrn Friedrich Wilhelm von Leutrum, Kammerherr Karl Eugens, verheiratet. Doch die Ehe der beiden verläuft ebenfalls schlecht: Friedrich Wilhelm verprügelt seine Frau regelmäßig. Dadurch und dass Herzog Karl Eugen schnell an ihr Interesse fand, verlässt Franziska von Leutrum schon 1770 ihren Ehemann und wird Mätresse des Herrschers. Die Beziehung stand jedoch von Anfang an vor politischen Problemen, denn sowohl Karl Eugen, als auch Franziska von Leutrum sind zu dieser Zeit noch verheiratet. Auf Wirken des Herzoges hin, konnte die Ehe der Leutrums bereits 1772 geschieden werden. Von nun an lebten beide in Hohenheim, wo Karl Eugen das Schloss Hohenheim errichten ließ. Die eigene Ehe stellte Karl Eugen jedoch vor größere Probleme, da es sich um eine katholische Ehe handelte. Somit waren erst mit Elisabeth Friederike Sophies Tod 1780 die Wege für eine erneute Ehe mit Franziska von Leutrum frei. Bereits 1774 erhielt sie den Titel der Reichsgräfin von Hohenheim und konnte als solche den Herzog auf seinen Reisen durch Deutschland begleiten. Die Hochzeit fand 1783 heimlich statt, da die katholische Kirche ihre Zustimmung verweigerte. Deshalb kam es erst zwei Jahre später, nämlich am 11. Januar 1785 zur offiziellen Hochzeit, als Kirche und Kaiser ihr Einverständnis verkündeten. 1786 erhielt Franziska schließlich den Titel einer Herzogin. Die Ehe zwischen Franziska und Karl Eugen von Württemberg wird als morganatisch angesehen, da Franziska aus dem niedereren Adel des Hauses Bernerdin aus Sindlingen stammt.
Franziska von Hohenheim zeigt einige Parallelen zur Lady Milford aus Schillers "Kabale und Liebe". Beide entstammen sie aus Familien, des verarmten Adels und beide wollen sie ihrem unterdrückten Volk helfen. Im Gegensatz zu Franziska verlässt Lady Milford jedoch ihren Fürsten.

Der absolutistische Herrscher Herzog Karl Eugen von Württemberg

Die Regentschaft des Fürsten ist stark geprägt vom höfischen Absolutismus. Er sah sich dementsprechend als durch die Gnade Gottes eingesetzter Herrscher über das Volk an. Karl Eugen hatte sich vorgenommen, den Hof Württembergs zum prunkvollsten und glänzendsten ganz Europas zu machen. Er rief die besten Künstler aller Sparten aus allen Landesteilen zu sich, baute prachtvolle Schlösser und veranstaltete pompöse Feste mit Feuerwerken und Operndarbietungen um sich unvergessliches Ansehen zu verschaffen. Sein Hofstaat umfasste ungefähr 2000 Personen, auf seinen Reisen wurde er von ungefähr 700 Personen und 600 Pferden begleitet. Er unterhielt eine französische Komödie, eine komische Oper, eine italienische “Opera Buffa” und eine “Opera seria”. Er engagierte dutzende Tänzer-und Tänzerinnen, von denen er einige Frauen auch als Mätressen hielt.

Andererseits konnte er durch ein derartiges Hofleben, wie es typisch für den Absolutismus ist, den Hochadel an seinen Hof ziehen, ihn an sich binden und langsam in die Abhängigkeit von ihm treiben. Um dies alles finanzieren zu können, waren Unsummen von Geldmitteln nötig, wodurch er das Herzogtum Württemberg beinahe in den finanziellen Ruin trieb. Kritk und Opposition duldete der despotische Herrscher nicht, jeder der sich als Gegner des Fürsten bekannte, wurde von ihm, ohne zu zögern, eingesperrt.

Auswirkungen für das Volk

Vom Volk selbst wurde er als menschenverachtender Tyrann angesehen. Unter dem ausschweifendem Leben des Herrschers und seiner Willkür hatten die Württemberger sehr zu leiden. Für die Jagdgesellschaften beispielsweise, die Karl Eugen liebte, wurde viel Wild benötigt. Die Bauern verlierten dadurch oft große Teile ihrer Ernten, durften aber nichts dagegen unternehmen. Um Geld für sein Hofstaat aufzutreiben sparte er u.a. bei wichtigen Reparaturarbeiten öffentlicher Einrichtungen und Gehaltszahlungen von Staatsangestellten. Desweiteren verkaufte er, wie viele andere Herrscher seiner Zeit, Soldaten als Söldner an andere Staaten. Da sich natürlich nur wenige zu etwas derartigem freiwillig meldeten, wurden viele junge Untertanen zum Militärdienst gezwungen.

Der Wandel des Herrschers

Mit fortschreitendem Alter wandte sich Karl Eugen von Württemberg mehr und mehr vom höfischen Absolutismus ab und den Gedanken der Aufklärung zu. Dafür waren mehrere Gründe verantwortlich. Zum einen spielte der Siebenjährige Krieg eine große Rolle. Karl Eugen schloss sich darin dem Habsburgischen Österreich an, welches sich im Krieg mit Preußen befand. Als die Niederlage 1763 feststand, war Württemberg sowohl von dieser außenpolitischen Krise, als auch von den katastrophalen Staatsfinanzen zerrüttet. Zum anderen wurde der Herzog durch seine zweite Frau, Franziska von Hohenheim, stark beeinflusst. Geschichtsschreiber sind sich jedoch nicht einig, inwieweit sie genau Einfluss auf die Wandlung des Monarchen genommen hat. Bekannt ist, dass sie eine sehr humanistische Weltanschauung hatte und die pädagogischen Neigungen ihres Mannes weckte. Ein weiterer wichtiger Punkt für den Wandel Karl Eugens ist die so genannte “Ehrbarkeit”. Diese “Ehrbarkeit” waren einflussreiche Bürger und die evangelische Geistlichkeit, die sich in einer Art Parlament, den “Landständen”, versammelten. Als solches klagten sie ihren Herrscher an, die vertraglichen Rechte und seine Pflichten als Herrscher, missbraucht zu haben. Die Klage war erfolgreich und Herzog Karl Eugen musste sich von nun an strengen Vorschriften beugen.
1778, im Alter von 50 Jahren, verkündete er den Neubeginn seiner Politik, bzw. den Richtungswechsel. Dies tat er indem er ein Reuebekenntnis verlesen ließ, in dem er eine verantwortungsvollere Regierung versprach. Viele Merkmale des Absolutismus wurden abgeschafft, wie z.B. das aufwendige Hofleben, das stark zurückgeschraubt wurde, oder große Teile des stehenden Heeres. Stattdessen rückten die Förderung von Landwirtschaft, Bildungswesen und Kultur in den Vordergrund. Er gründete die Hohe Karlsschule, eine Eliteschule, in der Nähe des Schlosses Solitude, mit der er u.a. seinen illegitimen Kindern eine vernünftige Ausbildung ermöglichte. Ferner setzte er sich für den Bau eines ausgedehnten Straßennetzes und die Verbesserung des Postwesens ein und förderte die gewerbliche Wirtschaft. Gleichzeitig unternahm er aber auch zahlreiche Reisen mit seiner Frau und ließ darüber Tagebücher führen.

Diese Form der aufgeklärten Politik zog sich bis zu seinem Tod hin. Karl Eugen starb am 24. Oktober 1793 in seinem Schloss Hohenheim bei Stuttgart im Alter von 65 Jahren. Friedrich Schiller, der einst als politischer Gegner des Herzogs fliehen musste, machte später an seinem Grab mit ihm seinen Frieden. Beigesetzt wurde er in der Gruft des Schlosses Ludwigsburg. Die Thornfolge übernahmen die beiden jüngeren Brüder des Herzogs, Ludwig Eugen und Friedrich Eugen, die jeweils zwei Jahre an der Macht waren. Später ging die Regentschaft an König Friedrich II. über. Karl Eugens Frau Franziska starb erst am 1. Januar 1811 in Kirchheim unter Teck.

Herrscher des Herzogtums Württembergs (1495-1806)

Eberhard I, Eberhard II., Ulrich, Christoph, Ludwig, Friedrich I., Johann Friedrich, Eberhard III., Wilhelm Ludwig, Eberhard Ludwig, Karl Alexander, Karl Eugen, Ludwig Eugen, Friedrich Eugen, Friedrich II.
15.07.2006 19:34:46 von AndreasD
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