Hauptexporteur von Soldaten war im 18. Jahrhundert unstrittig Hessen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg unterhielt dieser deutsche Staat eines der größten Heere. Der hessische Militarismus war in diesen Tagen sogar noch ausgeprägter als der berühmte preußische. Das alles machte es Hessen möglich schnell große Regimenter an andere Staaten zu verleihen.Bestimmungsort der Soldaten war, neben einigen unbedeutenden Kriegsschauplätzen in Europa, hauptsächlich Nordamerika im Unabhängigkeitskrieg von 1775 bis 1783. Sie kämpften auf Seiten der Engländer und waren unter den Amerikanern einerseits gefürchtet, andererseits auch sehr begehrt. Man versprach überlaufenden Hessen mehrere Morgen Land in Amerika, um sie auf die Seite der Kolonialisten zu ziehen.
Die Hessen waren in den Gefechten den Amerikanern haushoch überlegen. Teilweise standen einstellige Verluste unter den Hessen vierstelligen Verluste der Riflemans gegenüber. Aber auch bei den Niederlagen der Engländer und ihren Alliierten war die Zahl der Gefallenen, im Vergleich zu den europäischen Schlachtfeldern, bemerkenswert gering.
Entgegen vieler Berichte waren die Verluste unter den Söldner mehr als gering in Bezug auf Soldaten die auf dem Schlachtfeld starben. Der mit Abstand größte Teil der Verluste geht auf Krankheiten, wie Ruhr, Typhus und Lungenentzündungen, oder Hitze -und Kältetote zurück, ungefähr 55% insgesamt. 7% nur starben im direktem Kampf, der Rest blieb nach der Kapitulation freiwillig in Amerika.
von Braunschweig 5.723 Mann oder 3,45% der Bevölkerung
von Hessen-Cassel 16.992 Mann oder 4,55% der Bevölkerung
von Hessen-Hanau 2.422 Mann oder 3,95% der Bevölkerung
von Ansbach 1.644 Mann oder 0,79% der Bevölkerung
von Waldeck 1.225 Mann oder 1,50% der Bevölkerung
von Anhalt-Zerbst 1.160 Mann oder 5,05% der Bevölkerung
im Ganzen 29.166 Mann
Davon gingen verloren:
von Braunschweig 3.015 Mann
von Hessen-Cassel 6.500 Mann
von Hessen-Hanau 981 Mann
von Ansbach 461 Mann
von Waldeck 720 Mann
von Anhalt-Zerbst 176 Mann
im Ganzen 11.853 Mann
Es bezogen für Werbegelder und Subsidien
der Herzog von Braunschweig 3.453.920 Mark
der Landgraf von Hessen-Cassel 24.463.140 Mark
der Erbprinz von Hanau 3.463.480 Mark
der Markgraf von Ansbach 2.126.740 Mark
der Fürst von Waldeck 1.328.880 Mark
der Fürst von Anhalt-Zerbst 965700 Mark
im Ganzen 35.802260 Mark
Bezahlt wurde Hessen pro Kopf, d.h. ein Soldat kostete England 150 Mark, sowie jeder Verwundete 50 Mark und jeder Tote 150 Mark. Zusätzlich wurde eine jährliche Zahlung, eine Subsidie, vereinbart, die auch nach Kriegsende noch zwei Jahre in doppelter Höhe bezahlt werden musste. Dafür musste der Fürst garantieren, dass er bei Verlusten, diese verlorenen Truppen ersetzen kann. Vor allem dieser Punkt sollte noch Probleme bereiten. Die ersten Söldner waren gut ausgebildete hessische Berufssoldaten, während die Ersatzmänner für die Gefallenen meist nur aus zu jungem, zu altem oder krankem Gesindel bestand. Die schlecht ausgebildeten und für den Militärdienst ungeeigneten Milizen zogen die Moral der Truppen nach unten. Es gab immer mehr Deserteure, die Zuverlässigkeit nahm ab, viele von ihnen suchten nur eine freie Überfahrt nach Amerika oder waren auf das Handgeld aus. Dementsprechend wurde dieses Gesindel streng und unbarmherzig behandelt.