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Württemberg um 1800: Zusammenhänge zu Kabale und Liebe

Schillers Wut auf Karl Eugen und seinen Absolutismus breitete sich immer weiter aus. Denn egal was Schiller damals anstrebte, und gerne machen wollte, wurde ihm durch die Herrschaft von Herzog Karl Eugen untersagt.

Schiller wurde von dem Herzog in die Militärakademie berufen, sträubte sich jedoch dagegen und studierte Jura, er schrieb seine Doktorarbeit jedoch in Medizin da er den Wunsch hatte Menschen zu helfen, was ihm verwehrt wurde. Um seine Wut und seinen Schmerz zu lindern schrieb er. All diese Dinge, die er durch die Willkürherrschaft des Karl Eugen erfahren musste, versuchte er in Kabale und Liebe Ausdruck zu verleihen, indem er indirekt an der Art und Weise wie Karl Eugen mit ihm umging Kritik ausübte.

So werden auch in Kabale und Liebe die Adligen als "böse" dargestellt, abgesehen von Ferdinand, der trotz der Ständeordnung und trotz seines Vaters Willen, seine Liebe versucht durchzusetzen. Schiller identifiziert sich mit Ferdinand, der einen Leidensweg beschreiten muss. Walter und v. Kalb sind durch Verbrechen in ihre Stellung gekommen. Der Adel führt ein unchristliches, unmoralisches Leben und ist unehrlich. Kabale und Liebe entstand, um der Empörung gegen Herzog Karl Eugen Ausdruck zu verleihen, da Schiller tiefe Einblicke in die Unmoral vieler Regenten dieser Zeit hatte und er sich nicht damit identifizieren konnte.

Mätressen (Lady Milford)

Geliebte des Herzogs - wechselseitige Beziehung: einerseits ermöglicht das Verhältnis ihr ein standesgemäßes Leben und sie hat andererseits die Möglichkeit, den Fürsten positiv zu beeinflussen und somit den Angehörigen niederer Stände ein angenehmeres Leben zu bereiten.

Weitere Zusammenhänge und Kritikpunkte

Der Absolutismus und die dadurch legitimierte grenzenlose Macht des Fürsten: Obwohl der Fürst im ganzen Stück nicht in Erscheinung tritt, ist sein Einfluss doch allgegenwärtig, das Tun und Handeln der Personen ist auf ihn ausgerichtet, z.B. Plan Lady Milford zu verheiraten.
Die menschenverachtende Methode zur Finanzierung des Staates und der Soldatenhandel:
Kammerdienerszene, 2.Akt, 2. Szene
Unmoral des Adels / Mätressenwesen: Lady Milfords Rolle, Präsident von Walters Annahme über Ferdinands Absichten gegenüber Luise 1. Akt, 5.Szene, S.18 Z.1ff; Millers gleiche Annahme, 1. Akt, 1.Szene
Allgemeine Kritik an der Ständegesellschaft: Präsident von Walters Machenschaften, Hofmarschall von Kalbs Charakter, als ängstlicher "Windbeutel", Sekretär Wurm, als hinterlistiger nur auf seinen Vorteil bedachter Schurke, Millerin, mit ihrer Bewunderung des Adels und damit falschen Wertvorstellungen; Miller, als Vertreter des Bürgertums; Luise und Ferdinands unglückliche Liebe, die durch Ständegesellschaft unmöglich wird.
15.07.2006 20:34:30 von admin
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