Pastoralbrief bedeutet soviel wie „Hirtenbrief“, da hier Anweisungen für den Hirtendienst in den Gemeinden gegeben werden (z.B. für Pastoren, Älteste, Diakone u.a.).Der Begriff Pastoralbriefe kennzeichnet eine Gruppe von insgesamt drei Büchern innerhalb des Neuen Testamentes. Im Einzelnen handelt es sich um den ersten und zweiten Timotheusbrief, sowie den Titusbrief. Der Verfasser aller drei Pastoralbriefe ist der Apostel Paulus, von dem im Neuen Testament insgesamt dreizehn Briefe zu finden sind. Zeitpunkt der Abfassung der Hirtenbriefe ist etwa 65-67 n.Chr., vermutlich nach der ersten römischen Gefangenschaft des Paulus.
Im Gegensatz zu den Gemeindebriefen des Paulus richten sich diese drei Briefe ursprünglich an Einzelpersonen, nämlich Timotheus und Titus. Da Paulus bei der Abfassung bereits etwa 70 Jahre alt war, kann man in den Briefen die Abschiedsworte des Apostels an alle Pastoren und Mitarbeiter in Gemeinden und Kirchen sehen. In den Schriften ist die Weisheit des fortgeschrittenen Alters deutlich zu vernehmen.
Inhaltlich geht es um Fragen wie Gemeindeordnung, Gesundheit im Glauben und Zucht. Im zweiten Brief an Timotheus geht es aber auch um den zukünftigen Zustand der Menschheit, die Paulus als selbstsüchtig, geldliebend, hochmütig oder lieblos beschreibt. Fast könnte man meinen, diese Zustände seien zum Teil tatsächlich eingetreten.
Berühmt geworden ist der Vers 2. Tim. 3,16 wo es heißt: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“. Hier ist also die göttliche Autorität der Bibel verbrieft.
Den idealen Pastor beschreibt Paulus in 1. Tim. 3. Er soll untadelig sein, Mann nur einer Frau, nüchtern, besonnen, sittsam, gastfrei, lehrfähig, kein Trinker, kein Schläger, sondern milde, nicht streitsüchtig, nicht geldliebend, dem eigenen Hause und seinen Kindern gut vorstehend. Ähnliche Regeln stellt Paulus für Helfer (Diakone) auf.
Die Pastoralbriefe sind allerdings nicht ausschließlich an Pastoren und Mitarbeiter gerichtet, sondern enthalten auch Informationen für alle Gläubigen. Paulus betont, dass Christus einst Gericht halten wird und jeder Mensch dann offenbar werden muss. So ruft Paulus allerseits zu würdigem und unanstößigem Lebenswandel auf.
Eckart Haase
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