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Artikel » Kunst & Kultur Keilrahmen: Ein Überblick |
Ein Keilrahmen bildet das Grundgerüst für eine bespannte Leinwand. Er besteht aus zusammen gesetzten Holzleisten. Er hält letztendlich das zusammen, was bei der genussvollen Betrachtung von Kunsthandwerk und Kunst vermittelt wird.Geschichtlich betrachtet wurden in der Malerei als Malgründe zunächst meist massive Holzplatten verwendet, erst im Spätmittelalter wurde bei Auftragsarbeiten damit angefangen, auf Keilrahmen gespannte Leinwände einzusetzen. Hauptgrund dafür waren die immer größer werdenden Bildformate. Aus dieser Zeit sind bis zum jetzigen Zeitpunkt nur noch wenige bespannte Rahmenkonstruktionen erhalten geblieben, bei denen die Eckverbindungen und stabilisierenden Querverbindungen verzapft und teilweise durch Nägel gesichert sind. Die Leinwand selbst wurde aufgeklebt und teilweise mit Holzstiften festgenagelt. In verschiedenen Gebieten wurde die Leinwand sogar mit Schnüren auf dem Holz befestigt. Es ist auch möglich, rückseitig eine Holztafel zur Stabilisierung der Leinwand einzulegen. Die Befestigungen der Leinwand auf der Vorderseite werden später durch einen Bilderrahmen verdeckt. Ein moderner Keilrahmen besteht aus vier Holzleisten, an deren Enden Zapfen und Schlitze eingearbeitet sind. Diese werden mittels einer beweglichen und lösbaren Steckverbindung verbunden. Nach dem Aufziehen und Grundieren der Leinwand kann die Spannung durch in die Ecken eingesetzte kleine Keile verstärkt oder gemindert werden. Bei größeren Leinwänden ist es ohne weiteres möglich, mehrere identische Rahmen gleichen Querschnitts aneinander zu fügen, diese werden dann Doppel- bzw. Viererkreuz genannt. Eine zusätzliche Holztafel zur Stabilisierung der inneren Leinwand wirkt sich als Gewichtsnachteil aus. Nach dem Zusammenstecken der Keilrahmenleisten sollte beim Aufziehen des Gewebes darauf geachtet werden, dass es fadengerade gespannt wird – alle Fäden müssen also parallel zur jeweiligen Rahmenkonstruktion verlaufen. Vom genauen Aufziehen der Leinwand hängt unmittelbar die Qualität der fertig grundierten Leinwand und somit die Güte des geplanten Bildes ab. Es ist darauf zu achten, dass Keilrahmen nicht auf längere Zeit einer zu hohen oder zu niedrigen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt werden. Ebenfalls ist zu bedenken, dass die meisten Gewebe sich beim Befeuchten zusammenziehen und deshalb stärkere Kräfte auf den Rahmen ausüben – daher sollte vor dem Grundieren die Leinwand etwas lockerer gespannt werden um nach dem Schrumpfen eine glatte und gleichmässige Fläche zu bilden.
| | | 18.07.2007 10:34:42 von |
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