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Lithografie: Ein geschichtlicher Überblick

Die Erfindung der Lithografie durch A. Senefelder vor über 200 Jahren kam einer Revolution der klassischen Druckerkunst gleich. Mit der Lithografie (von griech. Lithos = Stein, graphein = schreiben) war der Flachdruck geboren.
Durch kein anderes Druckverfahren war eine kostengünstigere und schnellere Vervielfältigung von Schriftstücken möglich. Senefelders Kunsthandwerk des relieflosen Steindrucks löste als Medium die wesentlich aufwändigeren und teueren Verfahren des Tief- und Hochdrucks ab. Jetzt konnten der Kupferstich, der Holzschnitt und andere Verfahren nicht mehr Schritt halten. Plakate und Flugblätter, Landkarten und Noten, Werbung und Verpackung oder auch Kunst – die Lithografie wurde zum bestimmenden Medium der boomenden druckgrafischen Reproduktion. Sie ist heutzutage noch lebendig.
Dem Künstler wieder vorbehalten ist sie seit der Einführung des Offset-Druckes. Der Stein eröffnet Kunstschaffenden vielfältige gestalterische Möglichkeiten.
Das Prinzip der Lithografie ist genau so simpel wie überzeugend. Es basiert auf der Tatsache, dass Wasser und Fett sich verdrängen. Statt wie bei einem normalen Druck ein Relief zu fertigen, wird bei der Lithografie das Motiv lediglich mit einer fetthaltigen Zeichen- oder Malfarbe seitenverkehrt auf den Druckträger gebracht. Dieser ist ein glatt geschliffener und befeuchteter Stein. Die zum Druck aufgetragene Fettfarbe haftet nur auf den bezeichneten Flächen und sorgt für ein präzises Druckergebnis. Durch die Körnungsvarianten des Steines selbst, die Vielfalt der Dekoration und die verwendete Drucktechnik erlaubt die Lithografie schier unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten wie Schattierungen, Linien, Tiefen und sogar feinste Detaillierungen. Unter Zuhilfenahme mehrerer Steinplatten lassen sich sogar farblich differenzierte lithografische Arbeiten anfertigen.
Die Vorteile der Lithografie sind eine einfache Bedienung, große Geschwindigkeit und ein fast unerschöpflicher Kreativitätsspielraum. Nach Beendigung des Druckes können die Steinplatten leicht abgezogen und für den nächsten Druck wieder verwendet werden.
07.08.2007 11:54:16 von dukasi
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