Wer das Brettspiel Go nicht kennt, hält es anfangs für ein simples Kinderspiel, 2 Gegner setzen abwechselnd schwarze und weiße Steine auf ein schachähnliches Spielbrett.Derüber können echte Go-Spieler natürlich nur lächeln. Sie wissen, daß kein anderes Spiel hinsichtlich Komplexität, Variationsmöglickeiten oder Anforderung an den menschlichen Intellekt mit Go mithalten kann. Ja richtig gehört, kein anderes Spiel. Auch nicht Schach.
Und wer's nicht glaubt, kann ja mal über Folgendes nachdenken. Im Schach haben seit der legendären Niederlage von Gari Kasparow gegen Deep Blue nicht einmal mehr der Weltmeister im Schach eine Chance gegen ein Computerprogramm auf einem einfachen Desktop-Rechner. Auch das Match Kramnik gegen das Schachprogramm Fritz zeigte eindrucksvoll, das für Menschen der Zug beim Schach ein für alle mal abgefahren ist.
Beim Go dagegen, kann ein ambitionierter Spieler, der jeden Tag vielleicht 5 Partien spielt, nach einem halben Jahr bereits jedes Go-Programm schlagen. Und das liegt nicht daran, daß sich nicht genügend Programmierer um die Lösung des Problems kümmern. Ganz im Gegenteil, immer wieder wird sich daran versucht. Das liegt auch daran, das ein Preis von 1 Millionen US-Dollar für das Programm ausgeschrieben wurde, das zum ersten Mal einen DanSpieler schlägt. Die bisher stärksten Go-Programme, das OpenSource-Projekt GnuGo und die kommerzielle Software Many Faces of Go haben ungefähr eine Spielstärke von 7 kyu, sind also noch ungefähr 20 Spielstärken schwächer als der schwächste Profi.
Man kann also entweder Erdbeermarmelade essen und sich von Computern im Schach besiegen lassen oder aber anfangen Go zu spielen. Im Internet findet man zahlreiche Plattformen auf denen man zu jeder Tageszeit ob als Anfänger oder Professionellen Spieler der gleichen Spielstärke findet.
Go ist vor allem im asiatischen Raum, besonders in China, Japan und Korea beliebt, wo es Weiqui oder Baduk genannt wird. Hier hat es eine lange, jahrtausendealte Tradition und man kann es auch an Schulen und normalen Universitäten studieren.
Erstaunlich am Go ist, das es insgesamt nur 3 Regeln gibt:
1.Die Spieler setzen abwechselnd schwarze und weiße Steine auf ein 19x19-Kreuze großes Spielbrett
2. vollständig vom Gegner umschlossene Steine werden als Gefangene vom Brett genommen
3. Gewonnen hat, wer das größere Gebiet mit den eigenen Steinen umschlossen hat.
Klingt ganz einfach und doch brauch man ein ganzes Leben, um Go wirklch zu verstehen. Go ist eben Kunst. Fast wie ein Fotomosaik.
Abschließend vielleicht noch ein Zitat über das Brettspiel Go, ausgerechnet von einem Schachweltmeister, Emanuel Lasker, der im hohen Alter noch Go für sich entdeckte:
„Wenn es im Universum noch irgendwo intelligente Lebewesen gibt, dann kennen sie vielleicht Schach, höchstwahrscheinlich jedoch Go.“