Datum: 01.08.2010, 10:39:48 Uhr 
 
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Die Kunst, Texte und kurze Geschichten zu schreiben

Es ist eine Kunst gute Texte, schöne Erzählungen oder fesselnde Geschichten zu schreiben. Und auch hier, wie in den anderen Künsten auch, setzt sich diese Kunst zu einem kleinen Prozentsatz aus dem Talent, der innewohnenden Fähigkeit und zu einem weit größeren Anteil aus einem gelernten Können zusammen.

Das gelernte Können wiederum entsteht aus dem, was diesen so abgeleierten und langweilig klingenden Namen Fleiß trägt. Anders gesagt, wenn man nicht übt - und man braucht das Üben ja nicht einzig als Pflicht zu begreifen, weil man ja lernt, was man können möchte - wenn man also keine Energie in die Erreichung eines Zieles hineinsteckt, wird man auch wenig zurück bekommen.

Dies also nur kurz gesagt, um die eigene Motivation zu klären.
Dann gibt es eigentlich anfänglich nur ein paar kleine Tipps, auf die man achten sollte, wenn man kurze Geschichten oder auch einen Roman schreiben möchte.
Grundsätzlich muss man sich natürlich erstmal darüber im Klaren sein, was man schreiben möchte. Ideen bekommt man schnell gesammelt. Man braucht nur mit offenen Augen und Ohren durch diese Welt zu laufen. Viele Schriftsteller lassen sich auch von den kleinen Randmeldungen in den Tageszeitungen inspirieren, die sie dann ausschmücken, denn hat die Fantasie erst einmal einen Punkt, von dem aus sie sich ausbreiten kann, kennt sie keine Grenzen.

Vorausgesetzt, die Idee ist geboren und insgesamt so angereichert, dass sie für eine Kurzgeschichte oder sogar für viele Seiten reichen kann, geht es nun um den Stil, die Geschichte in Szene zu setzen. Um diesen Stil zu entwickeln, gibt es ein paar handwerkliche Ratschläge, die man grundsätzlich beherzigen sollte. Der unvergleichlich eigene Stil kommt auf dieser Basis von ganz alleine.

Was macht also eine gute Geschichte aus?
Eine gute Geschichte fesselt den Leser, wenn sie ihn mitfühlen, ihn mit all seinen Sinnen am Geschehen teilnehmen lässt. Das geschieht durch Beschreibungen, die das Geschriebene sinnlich werden lassen und es geschieht durch die Kunst, diese Beschreibungen in Bewegung zu setzen.
Weniger abstrakt gesagt, verwendet man keine statischen Darstellungen, wie zum Beispiel: „Der Baum war groß“, sondern schreibt lieber, „er ragte weit heraus oder sein Stamm strebte nach oben, reckte sich empor“.

Es hat einfach mehr Kraft, wenn man nicht einfach nur beschreibt: „Es roch nach Vanille.“ Besser wäre: „Ein Vanilleduft durchströmte den Raum oder auch erfüllte die Nacht - zog durch die Sinne - strich über ihr Gesicht…“ .
Durch die Schilderung, was der Protagonist der Geschichte durch die Sinne erfährt, lässt man den Leser teilhaben an dem, was dieser fühlt und erlebt, und durch die Art, diese sinnliche Beschreibung in Bewegung zu versetzen, wird sie greifbar, steht regelrecht im Raum.

Ein weiterer Tipp ist, keine Hauptworte alleine stehen zu lassen. Sie brauchen ein beschreibendes Adjektiv an ihrer Seite. Und dieses Adjektiv sollte möglichst nicht so abgelutscht sein, dass es keine Kraft mehr in sich trägt. Also wieder nicht einfach: „Der große Baum“ – lieber: „ Der gewaltige, majestätische, weit ausladende, stolze, kraftstrotzende Baum“.
Und schaut ihn Held der Geschichte an, wenn er gerade traurig ist, ist es „ein dunkler, trüber, gebeugter Baum mit hängenden Ästen in diffuser Dämmerung“.
Diese kleinen Regeln im Kopf haltend, kann man nun noch einmal in den Romanen und Kurzgeschichten seinen Lieblingsschriftsteller schmökern und wird nun mit geschärften Sinnen bemerken, mit welcher Bravour sie diese Methoden anwenden.

17.12.2006 02:45:44 von Sam
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