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ADHS mehr als ein Hirngespinst?

Das Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS, stellt die häufigste psychiatrische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter da. Neben den Kernsymptomen Hyperaktivität, Verlust der Impulskontrolle und Unaufmerksamkeit ist die Unfähigkeit der Patienten zukünftige Ziele und Konsequenzen in ihrem Handeln zu berücksichtigen, eines der Hauptprobleme. Es handelt sich dabei auch keineswegs um eine vorrübergehende Phase, sondern um eine ernsthafte Erkrankung, die einen Großteil der Patienten ein Leben lang begleitet.

Konservativen Schätzungen zufolge leiden 4 bis 6 Prozent unserer Kinder im schulpflichtigen Alter an ADHS, was bedeutet, dass in jeder Schulklasse zumindest ein Schüler mit dieser Erkrankung zu finden ist. Neben den täglichen Problemen in der Schule oder im privaten Umfeld der Patienten, ist die Höhe der durch ADHS bedingten Kosten für unsere Gesellschaft alarmierend. Mehr als 20% der ADHS Kinder haben schon einmal Feuer gelegt, 30% schon einmal etwas gestohlen, 40% kommen vorzeitig mit Alkohol in Berührung und immerhin 25% werden wegen ihres schlechten Benehmens vorzeitig von der Schule verwiesen.

Diese statistischen Fakten haben in den letzten Jahrzehnten zu intensiven Bemühungen geführt, die Ursache der Erkrankung zu klären. Schon bald erkannte man, dass ADHS keineswegs durch falsche Erziehung, lieblose Eltern oder durch Böswilligkeit seitens des Kindes ausgelöst wird, sondern es sich um eine schwere Störung im Informationszentrum des Gehirns handelt. ADHS Patienten sind nicht in der Lage, die Vielzahl der eintreffenden Informationen sinnvoll zu verarbeiten und zu filtern und deswegen ständig durch die schiere Informationsflut überfordert.

In den letzten Jahren hat sich innerhalb der Öffentlichkeit aber auch in medizinischen Fachkreisen und beim Lehrpersonal ein deutlich verbessertes Verständnis für ADHS entwickelt. Mittlerweile existieren im deutschsprachigen Raum mehr als 50 Fachbücher zum Thema ADHS und immer mehr Zeitungen und Zeitschriften informierten mit seriösen Artikeln über das Thema. Diese anhaltende Entwicklung wäre wohl kaum vorstellbar, wenn es sich bei ADHS, wie von einigen Kritikern behauptet, lediglich um ein Hirngespinst handeln würde.

Auf seinem Informationsportal http://www.adhsneindanke.com berichtet der Autor dieses Artikels und Mediziner Dr. med. Jürgen Mayer über das Thema ADHS und liefert aktuelle Informationen rund um Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapie.

15.12.2007 16:41:26 von Lasombra
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