Aufmerksamkeitsdefizitstörung oder ADHS ist in erster Linie eine Kindheitsstörung, aus der ein Kind hinauswachsen wird, wenn er oder sie das Jugendalter verläßt?
Falsch! Auch im Leben einer erwachsenen Person kann ADHS zu einem wahren Chaos führen. Es wird geschätzt das etwa 30 bis 70 % aller Kinder, die während ihrer frühen Kindheit unter ADHS litten, in ihren erwachsenen Jahren immer noch Symptome der Störung aufweisen. Diese Zahl stellt einen bedeutsamen Anteil der Gesellschaft dar, da etwa 3 bis 5 % aller Kinder unter ADHS leiden!Die Symptome des Erwachsenen weichen allerdings etwas ab. Unter diesen Kennzeichen sind Impulsivität, Unruhe, Unaufmerksamkeit, Schwierigkeiten eine Aufgabe zu lösen, Reizbarkeit und merkliche Schwierigkeiten einzuschlafen und aufzuwachen. Während diese Merkmale als normales Benehmen oder ein Ergebnis von einigen anderen physischen oder emotionalen Problemen betrachtet werden können, kann eine übermäßige Manifestation dieser Symptome die Gegenwart von ADHS anzeigen. Und, wenn diese Symptome beginnen, sich ernsthaft im Leben bemerkbar machen, ist es warscheinlich, dass die Person unter ADHS leidet.
Erwachsene entdecken ihre Diagnose oft rein zufällig. Nur wenn sein oder ihr Kind auch mit ADHS diagnostiziert wird, erkennt der erwachsene Elternteil, dass er oder sie auch dieselben Symptome wie vom Kind aufweist. Männer sind im übrigen auch hier öfters betroffen als Frauen.
Ein qualifizierter Arzt muss beim Erwachsenen diagnostizieren, um falsche Urteile zu vermeiden. Eine genaue Diagnose beeinhaltet eine eingehende Studie über das Kindheitsbenehmen der Person, eine gründliche ärztliche Untersuchung (vor allem auch im Bereich Stoffwechselstörungen, evtl. Leber) und psychologisches Testen. Damit kann eine von ADHS betroffene Person von all den Zweifeln befreit werden, die er oder sie bezüglich seiner oder ihrer eigenen Persönlichkeit haben kann. Er oder sie kann sich jetzt oft besser verstehen, und das Leben verbessern.
Auch Erwachsene müssen oft behandelt werden. Es gibt drei Hauptbehandlungen: Medikamente, Bildung und Psychotherapie. Lassen Sie uns jede dieser Behandlungen kurz erörtern.
Medikamente: Diese angewendeten Arzneimittel (wie Ritalin und Strattera) regulieren die Freigabe des hormonalen Neurotransmitters Noradrenalin und Dopamin. Auch Antidepressiva werden manchmal verwendet.
Bildung - niemand kann den Bedarf einer von ADHS betroffenen Person besser als er selbst verstehen. So ist es wichtig, dass der ADHS Leidende bestrebt sein sollte, viel über die Störung zu lernen. Mit einem professionellen Trainer kann der Betroffene lernen, den Alltag zu strukturieren und sein/ihr Leben in Ordnung zu halten. Datenbücher, To-do-Listen, Erinnerungsnotizen und ein großer Kalender, sind einige der Werkzeuge, die von einer von ADHS betroffenen Person benutzt werden können.
Psychotherapie - mit einem Therapeuten zu arbeiten, kann das Leben bestimmt verbessern. Selbst geringfügige Verbesserungen können von die ADHS betroffene Person dazu bringen, sein oder ihr neues Selbst besser zu schätzen und in einem positiveren Licht zu sehen