Viele kennen vielleicht das Problem: Der einmal so schön gewachsene Nagel am Fußzeh macht auf einmal merkwürdige Veränderungen. Statt wie gewohnt immer schön nach vorne zu wachsen, beginnt der Nagel sich nach und nach seitlich immer weiter in den Nagelfalz zu schieben. Ließe man ihn jetzt gewähren, hätte das mehrere Folgen:
1. Mit der Zeit könnte er fast zu einer Röhre zusammenwachsen.
2. Was noch viel schlimmer ist, es fängt an weh zu tun.
Die Folge: Der Schmerz wird größer, es können Entzündungen und sogar wildes, wucherndes Fleisch entstehen. Der Besuch beim Arzt ist also vorprogrammiert.
Die Diagnose: Ungius incarnatus (auch Onychocryptosis).
Und je nach Fortschritt der Erkrankung wird der Gang zum Chirurgen empfohlen, der das Problem auf seine Weise löst.
Das muss aber nicht immer so sein. Was viele Ärzte leider nicht wissen (was Ihnen auch nicht anzulasten ist, da die Informationsflut auf die Ärzte enorm hoch ist) ist die Behandlungsmethode mit der Spangentechnik. Dabei wird – mit einfachen Worten erklärt - ein Metallhäkchen links und rechts unter den Nagel geschoben. Auf der Mitte des Fußnagels werden die beiden Häkchen miteinander verspannt. Durch den damit entstehenden Zug wird der Fußnagel dazu animiert, wieder in seine normale Form zu wachsen.
Diese Spange muss dann über einen längeren Zeitraum getragen werden. Bei leichter Erkrankung genügen schon 2 bis 3 Monate. Die Vorteile liegen aber ganz klar auf der Hand. Die Schmerzen lassen bereits nach sehr kurzer Zeit nach. Es ist keine Krankschreibung erforderlich. Und das gewohnte Leben lässt sich ohne Beeinträchtigung fortsetzen. Und wer in der warmen Jahreszeit „Fuß“ zeigen möchte ohne das kleine „Handikap“ zu offenbaren, kann das ganze auch noch kunstvoll verschönt erhalten.
Und wer macht so etwas: Podologen. Dieser Berufszweig hat eine spezielle Ausbildung und kann bei dieser Art von Problemen meistens sehr gut helfen, weil die Heilungschancen sehr gut sind. Und häufig werden die Kosten für die Behandlung von der Krankenkasse getragen.
Aber wie konnte es zum Rollnagel kommen?
Die häufigste Ursache dieser Erkrankung dürfte wohl das falsche Schuhwerk sein. Die schönsten, oder auch die modischsten Schuhe sind meistens nur von außen betrachtet gut und schön. Würde man unsere Zehen mal fragen was sie davon halten, käme garantiert ein energischer Protest.Ein weiterer Grund liegt in der falschen Nagelpflege. Auch hier sollte die Devise: gut vor schön beachtet werden. Vollkommen falsch ist es, wenn die Nagelecken zu stark abgerundet oder sogar ausgeschnitten werden. Dabei können Nagelreste (Nagelsporn) stehen bleiben und sich beim weiteren Nagelwachstum in das Nagelbett oder den Nagelfalz vorschieben. Und das gefällt wiederum der Haut gar nicht und sie reagiert, weil sie verletzt ist: Es kommt zu einer Entzündung, Granulationsgewebe (das so genannte „wilde Fleisch“) bildet sich und versucht, die Wunde wieder zu verschließen. Die Haut wächst damit über den Nagel, der dadurch noch tiefer in den Nagelfalz eindringt.