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Hemden in Legenden und Sagen

Wenn man sich in den Sagen und Legenden der Welt umsieht, gibt es da wirklich ganz bemerkenswerte Kleidungsstücke.
Umhänge, Kleider, Schilder und Hemden zum Beispiel, die besondere Zauberkräfte aufweisen, komplett aus Gold sind, seinen Träger unsichtbar machen oder ihn sogar unverwundbar machen. Häufig sind diese Kleidungsstücke aus besonderen Materialien gefertigt worden und sind nicht selten Auslöser von Mord und Totschlag oder jahrelangen Kriegen.
Eine ganz besondere Klamotte der griechischen Mythologie ist das „Goldene Vlies“.
Das goldene Vlies kann man sich rein kleidungstechnisch wohl wie ein Hemd oder einen Überwurf vorstellen, heute würde keiner mehr nach einem Vlies fragen, wohl eher nach Hemden. Aber edel hört sich das schon an und nach der griechischen Sage ist es das auch. Das goldene Vlies ist nämlich zu Lebzeiten das Fell des sprechenden, goldenen und fliegenden Widders Chrysomeles gewesen.
Der ist in der griechischen Mythologie schon eine ziemlich hohe Hausnummer, da er auch ein Sohn des Poseidon war. Wie er dann zum Hemd wurde? Na, das ging so:
König Athamas hatte sich kurzerhand eine neue Frau genommen, nämlich Ino, während seine bisherige Frau Nephele mit ihren beiden Kindern Helle und Phrixos daraufhin ziemlich dumm da stand, weil die neue Frau lieber ihre eigenen Kinder auf dem Thron gesehen hätte.
Nephele wandte sich an die Götter, weil sie schlimmes ahnte. Daraufhin schickte ihr Hermes den goldenen Widder. Er trug die beiden Kinder fliegender weise fort in Richtung Osten. Dumm nur, dass ihm über der Meerenge von Asien und Europa die kleine Helle vom Rücken rutschte und ins Meer fiel. Seither heißt das Meer hier Hellespont.
Den Jungen Phrixos setzte er wohl behalten im Land Kolchis ab, dessen König Aites war.
Hier wurde der Junge mit allen Ehren empfangen.
Als dank dafür, dass Aites den jungen Phrixos aufgenommen hatte, schlug der goldene Widder Chrysomeles Phrixos vor, ihn, den goldenen Widder im Tempel des Zeus zu opfern oder besser zu schlachten. So ein blödes Vieh! Denn: gesagt, getan. Aus dem goldenen Fell wurde so das goldene Vlies, das Phrixos König Aites für seinen heiligen Hain überließ. Der ließ das Vlies fortan von einem nie schlafenden Drachen bewachen.
So werden aus netten Haustieren einfach Hemden...
06.11.2007 13:35:25 von IngoPeters
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