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Friedrich Gulda: Ein enfant terrible unter den Pianisten

Friedrich Gulda erblickte am 16. Mai 1930 in der Musikstadt Wien das Licht der Welt. Als siebenjähriger Knabe erhielt er seinen ersten Klavierunterricht am Wiener Volkskonservatorium.

Im Gegensatz zu seiner älteren Schwester, die den Unterricht nach einem Jahr wieder aufgab, zeigte Friedrich Gulda erstaunliches Talent, sodass er bis 1942 privat von Prof. Felix Pazovsky unterrichtet wurde. Im selben Jahr bestand er die Aufnahmeprüfung an der damaligen Reichshochschule für Musik Wien. Sein Klavierlehrer wurde Prof. Bruno Seidlhofer, er erhielt aber auch Unterricht in Musiktheorie und Komposition. Nach Kriegsende arbeitete Gulda unter anderem als Chorleiter und Organist, führte sein Studium aber dennoch weiter. 1947 beendete er sein Klavierstudium mit Auszeichnung. In den darauf folgenden Jahren etablierte sich Gulda im Olymp der Weltklassepianisten durch zahlreiche Konzertreisen durch Europa, Südamerika und den USA. Es war in New York, als Friedrich Gulda zum ersten Mal bewusst dem Jazz begegnete, jener Musik, die im weiteren Verlauf seines Lebens eine so große Rolle spielen sollte. Neben seinen Konzertaktivitäten komponierte er aber auch kontinuierlich eigene Werke, zunächst für klassische Besetzungen, im Verlauf der Jahre aber auch zusehends für Jazzformationen. Sein klassisches Repertoire umfasste vor allem Werke von Bach, Mozart, Beethoven und Schubert, aber auch Klavierliteratur von Debussy und Prokofjew.

Legendär aber sind seine Interpretationen der 32 Klaviersonaten von Beethoven, die er mehrmals live spielte und auf Schallplatte aufnahm. Doch ab Mitte der 50er Jahre zog sich Gulda immer mehr aus dem klassischen Konzertbetrieb zurück. Er wollte Jazzmusiker werden. Die Welt der klassischen Musik vermochte es nicht mehr ausreichend, seine Auffassung von Musik zu verkörpern.

16.02.2007 15:17:51 von a.reer
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