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Erwärme und Geothermie: was heute möglich ist

Im Erdreich herrscht das ganze Jahr über eine Temperatur von mindestens 8°. Je tiefer man bohrt, desto höher wird die nutzbare Wärme, egal ob im Gestein oder Wasser gespeichert. Hier setzt die Industrie an und bietet dem Verbraucher heute schon sehr effiziente Anlagen. Die Warmwassererzeugung einer Familie kostet durchschnittlich 79% des gesamten Bedarfes an Energie. Hier liegen also die Einsparpotenziale.

Das Prinzip der Nutzung von Erdwärme ist dasselbe. Eine Trägerflüssigkeit wird durch Rohre im Erdreich gepumpt. Diese erwärmt sich und gibt sie in der Anlage über einen Wärmetauscher an das Warmwasser- bzw. Heizsystem ab. Die Funktionsweise ist die dem Kühlschrank gleichzusetzen, nur umgekehrt. Gute und effiziente Anlagen können heute schon ein KW Strom in 6 KW Heizenergie umwandeln, eine Effizienz von 1:6. Zum vergleich: unsere herkömmliche Öl- oder Gaskessel haben eine Effizienz von ca. 1:1. Man erkennt also schnell das große Einsparpotenzial. Allein in der Schweiz wird bei 30% der Neubauten schon mit Erdwärme geheizt. Solarforum

Flachsonden:
Hier werden über eine relativ große Fläche unterirdisch bei ca. 1-2 Metern Tiefe Sonden ausgelegt, durch die später die Trägerflüssigkeit gepumpt wird. Diese Methode bedarf sehr viel Platz und ist nicht sehr effektiv.

Tiefensonden:
Tiefensonden werden mehrer Meter tief senkrecht in das Erdreich gesetzt. Hier zirkuliert die Trägerflüssigkeit über eine relativ lange Strecke und nimmt dabei die Umgebungstemperatur auf. Tiefenbohrungen haben den Vorteil, dass die kaum Platz oberirdisch benötigen und sehr effizient arbeiten. Nachteilig sind noch die relativ teuren Bohrkosten.

Brunnen:
Die im Moment effizienteste Methode um Erdwärme nutzbar zu machen ist das Ausnutzen der Grundwasserwärme. Hier werden zwei Brunnen gebohrt, die nicht nebeneinander liegen dürfen. Aus dem einen Brunnen wird das Grundwasser nach oben gepumpt. Mittels Wärmetauscher kann dann die Wärme des Wassers entzogen und an das Heizsystem abgegeben werden. Das abgekühlte Grundwasser wird dann über den zweiten Brunnen wieder dem Erdreich zugeführt.

Auch die Industrie schläft nicht. Moderne Wärmetauscheranlagen, die problemlos auch mit anderen Energiearten kombiniert werden können, stehen dem Verbrauch heute schon zur Verfügung. Die Mehrkosten haben sich meist nach ein paar Jahren amortisiert. Es kann auch davon ausgegangen werden, dass die allgemeinen preise für Bohrungen und Technik bei steigendem Interesse und Bedarf sinken werden. Erneuerbare Energien werden kommen.

06.09.2006 17:14:43 von Enrico
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