Eine durchschnittliche Autowäsche verbraucht in einer Waschanlage ab 150 Liter Wasser. Verschiedene Anlagentypen arbeiten sogar mit bis zu 600 Litern. Wasser ist ein wertvolles Gut, nicht zuletzt dank stetig steigender Preise für Frischwasser und immer höheren Abwassergebühren. Entsprechend lohnt sich schon für kleinere Waschanlagen eine Wasseraufbereitung. Hierbei kann man zwischen einer chemischen und einer biologischen Wasseraufbereitung wählen. Bei einer chemischen Anlage sorgen Zusätze für ein Ausfällen des Schmutzes sowie eine Bindung des Reinigungsmittels bevor das Wasser wieder verwendet werden kann.Vielfach eleganter und zudem wartungsfreundlicher arbeiten biologische Anlagen. Ein spezieller Bakterienstamm übernimmt hier die Aufarbeitung des Brauchwassers. Zuvor muss das Wasser jedoch einige Prozesse durchlaufen. In einem Absetzbecken, das im Übrigen auch für chemische Anlagen verwendet wird, setzen sich Feststoffe und grobe Schmutzreste ab. Im Vorklärbecken erfolgt ein weiterer Absatz. Das Wasser wird nun in einen Zyklon gepumpt. Dort trennt sich der restliche Schmutz bis zu einer Größe von 5 Mikrometern ab. Ohne irgendeine Chemie erfolgt die Trennung alleine durch gezielte Verwirbelungen im Wasser.
Nachfolgend wird das Brauchwasser in den Bioreaktor befördert. Dort beginnen die Bakterien ihre Arbeit. Bei guten Anlagen können sämtliche, in der EU zugelassene Reinigungsmittel verarbeitet werden. Mit ein wenig Nährkonzentrat, hauptsächlich Mineralien und Eiweiße, zersetzen die Bakterien öl- und fetthaltige Verschmutzungen. Damit sie dies möglichst effizient tun, strömt permanent frische Luft durch den Reaktor, angesaugt durch einen Seitenkanalverdichter. Im Reaktor selbst sorgen Bauteile aus Kunststoff für eine möglichst große Oberfläche, an denen sich die kleinen Helfer anheften und ihre Arbeit verrichten können.
In der Regel bleibt vom Schmutz nur sauberes Wasser sowie ein wenig Absetzschlamm übrig. Ungefähr ein Mal im Jahr ist eine kurze Reinigung der Anlage sowie eine Erneuerung des Nährstoffbehälters nötig. Mehr fällt nicht an regulärer Wartung an. Zusammen mit den eingesparten Kosten für Frischwasser ist so eine schnelle Refinanzierung der Wasseraufbereitung möglich. Nicht nur bei besonders großen Anlagen kann sich innerhalb von rund 6 Monaten bereits die Installation gelohnt haben.
Wichtig für den Betrieb der Anlage sind mehrere Parameter. Der Säuregehalt sollte eingepegelt werden. Dies geschieht durch eine Anpassung der Dosierung von Reinigungsmitteln. Ein positiver Nebeneffekt: In der Regel ist der Säuregehalt auch ein guter Indikator für den Verbrauch beim Reinigungsmittel. Zuviel Reinigungsmittel schadet den Bakterien, ist aber auch teuer beim Einkauf. Mutter Natur gibt also deutliche Hinweise, wie man die laufenden Kosten einer Anlage reduzieren kann, ohne die Waschqualität zu beeinträchtigen. Die elektrische Leitfähigkeit in Mikrosiemens zeigt weiterhin, ob sich beim Klarspülen Mineralflecken bilden können. Auch hier indizieren die Bakterien den optimalen Reinigungsgrad.
Biologische Anlagen zur Wasseraufbereitung können in vorhandene Infrastrukturen integriert werden. Ein Betrieb gängiger Hochdruckreiniger ist problemlos möglich, ebenso Klarspülvorgänge. Nimmt man noch die Leistungsfähigkeit der Anlagen von bis zu 160.000 Liter pro Stunde hinzu, ist auch für große Waschstraßen mit mehreren parallelen Bahnen ein Einsatz möglich. Für die baulichen Anpassungen der Anlage selbst sowie deren Dimensionierung sollte jedoch ein Ingenieurbüro eingesetzt werden, dass sich auf Abwassertechnik spezialisiert hat.