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Wie ich auf den Hanf kam

Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts erschien das Buch "Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf – Cannabis – Marihuana" von Jack Herer ins Deutsche übersetzt und um ein deutsches Kapitel ergänzt von Mathias Bröckers. Dieses Buch erschien beim legendären Verlag 2001 (gesprochen Zweitausendeins) und konnte damals über eine Vorankündigung langfristig vorbestellt werden. Die Vorankündigung machte bereits so neugierig, dass bereits zum Erscheinen des Buches mehrer Auflagen ausverkauft waren.

Auch ich bestellte das Buch langfristig vor und verschlang es förmlich, als es dann endlich geliefert wurde. Heute steht das Buch gleich neben der Bibel im Schrank und wir im Inneren von den Signaturen der Autoren (meinen Helden) nebst Widmung geziert. Das Buch enthält so viele erstaunliche Fakten über die Nutzpflanze Hanf, dass ich damals alle zehn Minuten mit der Lektüre bewaffnet die Treppe runter lief, um meinem alten Herrn daraus vorzulesen.

Es hatte in vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten tatsächlich eine Rohstoffpflanze gegeben, die uns Papier, Kleidung, Nahrung, Segel, Fasern, Medizin, Öl und Schäben geliefert hat, und die dennoch – trotz der immensen wirtschaftlichen Bedeutung – gänzlich in Vergessenheit geraten war. Dies konnte nur aufgrund der völlig überschätzten Drogenproblematik passieren, von der die Pflanze begleitet wird.

Das war einfach eine erschreckende und zugleich faszinierende Sache. Die Menschheit schießt sich selbst ins Knie und verbietet sich einen nachwachsenden Rohstoff, nur weil aus der Pflanze Haschisch und Marihuana gewonnen werden können. Und des wird noch absurder: Die Varianten bzw. Züchtungen, die hohe Erträge an Fasern oder Samen liefern, sind für die Drogengewinnung ungeeignet. Und nur weil diese Sorten optisch genauso aussehen, wie die Varianten, die das geistige Kraut liefern, verbietet man sich eine ganze Pflanze. Das konnte und durfte eigentlich nicht wahr sein. Wirklich faszinierend.

Fortan beschäftigte ich mich intensiver mit der Pflanze und den Nutzungsmöglichkeiten. 1995 durfte ich dann das erste Mal einen Artikel für das HanfBlatt verfassen. Später kamen die Zeitschrift Hanf!, die Mitgliedszeitschrift des österreichischen Hanfvereins, der Onlinenewsletter www.nachwachsende-rohstoffe.info und ÖkoInvest hinzu. Der Höhepunkt war dann wohl erreicht, als ich auf meome.de mein eigenes Hanfportal erhielt. Allerdings stellte meome nach nur zwei Jahren den Dienst wieder ein. So erging es Anfang des neuen Jahrtausends ja vielen Start-ups.

Seit Anfang März 2006 bin ich Inhaber der Domain www.hanf.org. Mal schauen, was in Sachen Hanf in Zukunft noch so alles passieren wird. Neben dem Hanf gibt es aber noch andere interessante nachwachsende Rohstoffe. Ein Beispiel ist Chinaschilf.

Klaus-Martin Meyer
(www.ganz-schlau.de)

09.07.2006 08:52:00 von hempstar
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