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Artikel » Recht & Gesetz Sinn und Unsinn des Betäubungsmittelgesetzes |
In den Verkaufsstrassen fast jeder größeren Stadt, vor allem aber im Internet, finden sich eine Vielzahl von sogenannten Head- und Growshops. Viele Geschäfte bieten neben dem üblichen Headshop-Sortiment wie Bongs, Shishas, Papers, Pfeifen, Dosen mit einschlägigem Styling und sonstigem Zubehör, aber auch Büchern und Textilien, auch ein breites Sortiment an Düngern, Lampen, Fachliteratur et cetera an, was sie oft zu einer wichtigen Anlaufstelle für Profi- und Hobbyzüchter macht. Was man in diesen Shops nicht findet, dürfte illegal sein (nähere Information dazu finden sich im Betäubungsmittelgesetz, welches auch online verfügbar ist, einfach googeln). Die Unterschiede in den Gesetzestexten der EU-Länder variieren enorm, das deutsche Gesetz basiert auf dem pragmatischen Standpunkt, nur die Stoffe - die eigentlichen Betäubungsmittel - zu verbieten, nicht aber die einschlägigen Symbole oder Hilfsmittel zum Konsum bzw. Anbau. So ist zum Beispiel das Aufdrucken von Hanfblätter etc. auf Artikeln in manchen Ländern, z.B. in Frankreich verboten. Ein überflüssiges, überzogenes Verbot. (Für hysterische, damit oft kontraproduktive, Reaktionen von Staatsanwälten und selbsternannten Sittenwächtern gibt es freilich auch angesichts jüngster Vorgänge in Deutschland, wo Anzeigen erstattet wurden, um auch No-Nazi Symbole - welche gewöhnliche ein im Stil eines Verkehrsschildes durchgestrichenes, oft auch noch zusätzlich zerbrechendes/zerbrochenes Hakenkreuz darstellen - unter Hinweis auf die Benutzung rechtsradikaler Symbolik, zu verbieten. Geradezu pervers, dass somit diejenigen, die Flagge gegen Rechtsradikalismus zeigen, kriminalisiert werden sollen.) Ein Verbot von Symbolen wie dem Hanfblatt, von Bongs oder auch von Feinwaagen, ist in Deutschland derzeit allerdings nicht zu erwarten, doch auch wenn eine europaweite gesetzliche Harmonisierung durch die Europäische Union derzeit nicht spruchreif ist, könnte auch über diesen Weg eine entsprechende Kriminalisierung stattfinden. Wie auch immer, es wird natürlich weiterhin erlaubt bleiben, scharfe Waffen zu Hause aufzubewahren und den Konsum gesellschaftlich akzeptierter Drogen zu pflegen, ohne jemals eine der nachdenklich stimmenden Studien zur Kenntnis zu nehmen, die die sozialen Kosten der akzeptierten und der verteufelten gegenüberstellen und den Denkfehler in der Kriminalisierung und Verharmlosung verschiedener Rauschmittel belegen.
| | | 14.09.2007 10:28:25 von |
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