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San Francisco: Golden Gate

Von allen Städten Amerikas ist San Francisco die Europäischte. Hier geht man einer Neigung nach, die wir als "altertümlich" bezeichnen und die für Amerika ganz und gar untypisch ist. Besonders zeigt sich das an dem berühmten "Cable Car": Eine Straßenbahn aus dem 19. Jahrhundert, die von unterirdisch verlaufenden Drahtseilen die Hügel hinaufgezogen wird und längst ins Museum gehört. Die Bewohner San Franciscos weigern sich jedoch standhaft, sie durch moderne Verkehrsmittel zu ersetzen.

Nicht nur europäisches Flair zeichnet die Stadt, auch japanische und chinesische Einflüsse sind unübersehbar. Man munkelt, dass die Chinatown San Franciscos um einiges bunter und einfach "chinesischer" ist als die Chinatown New Yorks.

Die Stadt hat eine spannende Geschichte hinter sich. Eine lange Zeit über wußte man nichts von diesem sonnigen Fleckchen Erde. Schuld daran, dass es die Stadt erst seit 1776 gibt, ist die dichte Wolkendecke, die die Bucht fast das ganze Jahr über zum Meer hin verbirgt. So übersahen die Spanier, die schon seit Mitte des 16. Jahrhunderts die Pazifikküste entlang segelten, die Möglichkeit, hier eine Stadt zu errichten. Es dauerte ganze 200 Jahre bis das erste spanische Segelschiff die Einfahrt, das "Goldene Tor", in die Bucht entdeckte und San Francisco gegründet wurde. Die Stadt ließ sich von ihrer Lage her ausgezeichnet verteidigen und hielt gegen englische und russische Angriffe stand. Doch nichts hält ewig. Bereits 1821 wurde San Francisco mexikanisch. Etwa 20 Jahre später meldeten Amerikaner Interesse an der Stadt. Sie wollten sie käuflich erwerben. Da die Mexikaner San Francisco nicht her geben wollten, griffen die Amis auf ein bewährtes Mittel zurück: Sie gingen zum Angriff über. 1846 wurde erstmals die amerikanische Flagge auf dem Boden San Franciscos gehisst.

Die Stadt wäre sicherlich nie zur Weltstadt geworden, hätte man nicht ein Jahr später Gold in der Nähe entdeckt. Dieses Ereignis lockte innerhalb weniger Jahre eine Viertel Million Amerikaner, Europäer und Asiaten an die Küste. Das verkraftet keine Stadt. San Francisco geriet in Verruf und erhielt den Beinamen "Sin City" - die sündige Stadt. Doch auch der Goldrausch legte sich in kürzester Zeit und San Francisco wandelte sich zu einer lebenslustigen Kulturstadt.

1906 gab ein heftiges Erdbeben Anlaß, San Francisco noch einmal ganz neu aufzubauen. 80 % der Bauten wurden zerstört. Bei dem Wiederaufbau achtete man sorgsam darauf, bekannte Fehler nicht noch einmal zu machen. Es entstand eine weltoffene Küstenstadt mit einzigartigem internationalen Flair.

14.10.2006 16:35:36 von Mellibere
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