Grundsätzlich kann jeder Steuerpflichtige die Rürup Rente in Anspruch nehmen, doch unter praktischen Gesichtspunkten richtet sich diese Basis-Rente insbesondere an Freiberufler und Selbständige mit hohen steuerlichen Belastungen, die von der gesetzlichen Rentenversicherung freigestellt sind. Seit 2005 sind Beiträge zu neu abgeschlossenen klassischen Renten- und Kapitallebensversicherungen nicht mehr als Sonderausgaben abzugsfähig. Deshalb verfügen Selbständige seitdem nicht über die Möglichkeit der steuerbegünstigten Altersvorsorge, da sie von Konzepten wie der Riester-Rente oder Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge ausgenommen sind. Diese Lücke schließt die Rürup-Rente.
Als Ergänzung zur herkömmlichen geförderten Altersvorsorge kann die Rürup Rente allerdings auch eine Option für steuerlich hoch belastete, gutverdienende Angestellte sein, da die Beiträge im gleichen Umfang wie die gesetzliche Rente steuerlich absetzbar sind. Durch den mit der Rürup Rente in Kraft getretenen Höchstbetrag für Sonderausgaben von 20.000 Euro pro Person und Jahr eröffnet sich dieser Personengruppe die Möglichkeit, zusätzliches Altersvorsorge-Vermögen aufzubauen und zugleich in den Genuss steuerliche Förderung zu kommen. Gerade Angestellte, deren Einkommen deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung angesiedelt ist, können neben Riester-Rente und betrieblicher Vorsorge den höheren Bedarf durch die Rürup Rente schließen.
Vornehmlich Über-Sechzigjährige können derzeit vom zehnprozentigen Abstand zwischen Beitragssteuerfreiheit (60 Prozent) und Rentenleistungsbesteuerung (50 Prozent) profitieren, denn dadurch hat dieser Personenkreis einen größeren Anteil steuerfrei in die Rente eingebracht, als später tatsächlich zu versteuern ist. Die Rendite hängt also zusätzlich nicht unerheblich vom Lebensalter ab, wobei das Modell auch für sehr junge Menschen rentabel sein kann: Diese Klientel würde über einen deutlich längeren Zeitrum Beiträge leisten und diese somit immer steuervergünstigter einbringen, sodass die Doppelbesteuerung sie am Ende weit weniger träfe.