Phobien sind starke Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen, die zu starkem Leidensdruck führen können. Eine Person mit einer Phobie ist wie gelähmt vor Angst und vermeidet die gefürchtete Situation oder steht sie nur unter großer Angst und Anspannung durch.In der griechischen Mythologie ist Phobos der Sohn des Ares und der Aphrodite. Phobos bedeutet Furcht (davon ist Phobie abgeleitet), er ist mit seinem Zwillingsbruder Deimos (Schrecken) ein Begleiter des griechischen Kriegsgottes Ares.
Nach ihnen sind auch Deimos und Phobos, die Monde des Planeten Mars, benannt. (Mars entspricht in der römischen Mythologie dem griechischen Gott Ares.)
Phobos gilt als der Gott, der seinen Feinden das Fürchten lehrte. Man sagt, dass die Anhänger von Phobos sein Abbild auf ihre Rüstungen malten. Im Krieg liefen dann die Feinde eingeschüchtert davon, auch ohne dass der Gott tatsächlich erschien.
Forscher haben hunderte von Phobien unterschieden, wie z.B. die Erythrophobie - die Angst vorm Erröten; Spritzenphobie oder auch so exotische wie Venustraphobie - die Angst vor schönen Frauen oder Verbophobie - die Angst vor Wörtern.
Bei einer Panikstörung hingegen gibt es anfallsartige Angstattacken, die innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreichen und mit starken körperlichen Symptomen und Fluchtgedanken verbunden sind.
Das Wort “Panik” ist vom Namen des altgriechischen Hirtengottes Pan abgeleitet.
“Pan zeichnete sich durch ein solch häßliches Äußeres aus, daß seine Mutter aufsprang und ihn verließ, als sie sah, was sie in die Welt gesetzt hatte. Trotz seines eher fröhlichen Wesens war er gelegentlich schlecht aufgelegt. Am meisten zürnte er, wenn man ihn im Schlaf störte, sei es nachts oder mittags. Dann neigte er dazu, Menschen ebenso wie Viehherden in plötzlichen Schrecken zu versetzen. Die dergestalt Überraschten flohen in heller Aufregung und viele von ihnen vermieden den Ort des Geschehens fortan. Pan half aber auch den Athenern, als diese von den Persern angegriffen wurden, indem er bei den Angreifern eine ‘panische’ Angst auslöste und sie so in die Flucht schlug.”
(aus Margraf: Lehrbuch der Verhaltenstherapie, 1999)
Bei einer Panikstörung kommt es zu Aufschaukelungsprozessen, bei denen körperliche Symptome oder Gedanken als gefährlich interpretiert werden und durch die Angst sich weiter verstärken.
Behandelt werden solche Ängste am besten mit Reizkonfrontation. Konfrontation ist eine Methode aus der Verhaltenstherapie und bedeutet, dass man sich der gefürchteten Situation in der Vorstellung (in sensu) oder in der Realität (in vivo) stellt. Die Angststörung wird ja gerade dadurch aufrecht erhalten, dass man die gefürchtete Situation vermeidet und dadurch dem Körper die Bestätigung gibt, dass es richtig ist, Angst zu haben. Der Körper muss also diese Angstreaktion wieder verlernen und das geht nicht durch geistige Einsicht, sondern nur dadurch, dass die Angst ausgehalten wird und solange gewartet wird, bis die Angst von selbst wieder nachlässt. Wichtig dabei: Auch nicht kognitiv die Angst vermeiden, sondern sich genau die Situation anschauen und die Angst zulassen, was natürlich erst einmal leichter gesagt, als getan ist. Aber selbst Goethe hatte Phobien und diese erfolgreich durch eigene Konfrontation behandelt.
"Übrigens ist das Charakteristische
des panischen Schreckens,
daß er seiner Gründe sich nicht
deutlich bewußt ist, sondern sie mehr voraussetzt, als sie kennt,
ja zur Not geradezu die Furcht selbst als Grund der Furcht geltend macht."
Schopenhauer