Manche Historiker behaupten, dass die Erfindung der Weißblechdose in engen Zusammenhang mit den ersten Weltkriegen steht. Es wird sogar behauptet, dass es ohne diese bahn brechende Erfindung aus logistischen Gründen so etwas wie einen Weltkrieg nie hätte geben können. Bis dato war es die Versorgung der Truppen ein sehr großes logistisches Problem, das nur so gelöst werden konnte, dass ein erheblicher Truppenteil abkommandiert werden musste, um umliegende Dörfer und Bauernhöfe nach Vieh und Nahrung zu plündern. Nur so war die Verpflegung einer mehrerer tausend Mann starken Truppe möglich.
Es war schließlich Napoleon, der sich diesem logistischen Problem dank militärstrategischer Überlegungen annahm. Er schrieb einen Preis für eine „Lebensmittelaufspeicherung“ aus und der französische Zuckerbäcker Nicolas-Francois Appert (1749-1841) lieferte die Lösung. Er kannte die frühere englische Erfindung der Tabakdose oder auch der Früh-Konservendose und entwickelte diese durch die Hitzesterilisation weiter. Erst nach dem Zulöten der Dose, kocht Appert die Lebensmittel ab. Da Napoleon als Bedingung für den Erhalt des Preises vom Gewinner verlangte, seine Methode in einem Buch festzuhalten, schrieb Appert 1810 „von der Kunst tierische und pflanzliche Substanzen mehrere Jahre lang zu konservieren“. Erst durch diese Erfindung wurden wochenlange Stellungskriege möglich. Appert’s Technik fand kurz darauf auch großen Anklang bei der Royal Navy und wurde schließlich zur Versorgung von Matrosen und Expeditionsmitgliedern eingesetzt.
Da die Dosen damals jedoch mit Blei verlötet waren, kam es häufig zu Bleivergiftungen bei einigen Schiffsbesatzungen.
Heutzutage gibt es dieses Problem nicht mehr: nach dem Befüllen werden Dosen dank der Doppelfalztechnik luftdicht verschlossen, so dass keine Gefahr einer Vergiftung besteht.
Darüber hinaus gab es in den Anfängen der Konservendosen das Problem der „Bombagen“. Die aufgeblähten Konservendosen entstehen dadurch, dass nach Luftzutritt beim Öffnen der Dosen die Doseninnenseite mit dem Doseninhalt reagiert. Der Verzehr des Inhalts einer Bombage kann zu einer lebensbedrohlichen Vergiftung, auch bekannt als Botulismus, führen. Bei „modernen“ Konservendosen ist jedoch auch dieses Problem eher unwahrscheinlich. Diese werden für gewöhnlich innen mit einer Kunststoffschicht überzogen, so dass eine chemische Reaktion verhindert wird.
Heutige Weißblechdosen scheinen nahezu perfekt für die Konservierung von Lebensmitteln und Getränken und aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile und positiven Materialeigenschaften erobert diese traditionelle Verpackungslösung immer neue Anwendungsgebiete.